Magazinrundschau - Archiv

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371 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 38

Magazinrundschau vom 25.08.2026 - HVG

"Bitte tretet nicht rückwärts", ruft die Medienwissenschaftlerin Veronika Kövesdi ungarischen Künstlern zu. Statt der abgewählten Regierung irgendwelche Parolen hinterherzuwerfen, gelte es in die Zukunft zu schauen: "Nicht jeder beliebte Künstler muss eine politische Meinung äußern. Wer dies jedoch bisher getan hat, sollte jetzt nicht damit aufhören. In den letzten Jahren haben sehr viele junge Menschen aufmerksam verfolgt, was mit dem Land geschieht, und das ist eines der besten Dinge, was passieren konnte. Es wäre schade, ihre Aufmerksamkeit zu verlieren. Ein Musiker, sprach sich vorher oft und entschieden gegen das Orbán-Regime aus, bereits als es noch etwas zu verlieren gab, und tat dies auch jetzt auf dem Sziget-Festival. Allerdings ist es nicht sicher, ob es die beste Fortsetzung war, dass er zu seinem Publikum sagte: 'Wer nicht tanzt, ist ein Fidesz-Anhänger.' Zugegeben, von der Bühne aus, zwischen zwei Songs, klingt der Satz 'Wer nicht tanzt, kann seinen eigenen politischen Standpunkt nicht formulieren, ohne den Namen einer Partei oder eines Politikers zu erwähnen' weniger gut. Auch der Unterhaltungswert von 'Bringt die Hochschulbildung in Ordnung!' ist wesentlich geringer, und ich glaube, dass diese Sätze vielleicht gar nicht so recht zu dem sorgfältig ausgearbeiteten Image eines Künstlers passen. Aber nur weil ich bei einem Konzert wie Bileams Esel dastehe, weil mir die Musik nicht so gut gefällt, dass ich dazu tanzen würde, bin ich noch lange kein Fidesz-Anhänger. (…) Denn das ziellose und ergebnislose 'Orbán-Bashen' betrachte ich als eine interessengeleitete und gewinnorientierte Ausnutzung der Aufmerksamkeit. Wir haben gerade erst begonnen, uns aus jenem Sumpf der öffentlichen Debatten herauszuwinden, in dem man nicht argumentieren, sondern nur fluchen oder loben konnte. Ich verstehe, dass damit noch eine Weile Geld zu verdienen ist (…)."
Stichwörter: Kövesdi, Veronika, Ungarn

Magazinrundschau vom 11.08.2026 - HVG

Die anhaltende Hitzewelle und der damit einhergehende Niedrigwasserpegel der Donau lösten in Ungarn eine Energiekrise aus, denn die Leistung des einzigen AKW des Landes in Paks musste mangels Kühlwasser erheblich gedrosselt werden. Parlamentspräsidentin und Interimsstaatspräsidentin Ágnes Forsthoffer rief angesichts der Krise die Parlamentsparteien sowie weitere Repräsentanten der Zivilgesellschaft dazu auf, im Rahmen eines runden Tisches Strategien zur Bewältigung der Krise auszuarbeiten. Der Aufruf überraschte die meisten Akteure, denn in den vergangenen Jahren gab es solche meinungsbildenden und entscheidungsvorbereitenden Foren nicht. Die Publizistin Boróka Parászka sieht darin eine - wenn auch geringe - Chance zu einem anderen Umgang mit politischen Gegnern: "Bis zum Regierungswechsel haben wir uns der Illusion hingegeben, dass, wenn die staatlichen Anzeigekampagnen verschwinden und die Propagandamaschinerie zum Stillstand kommt, auch der Hass langsam verfliegt. Aber warum und wovon sollte er aufhören? Tatsächlich wissen wir nicht, welche mittel- und langfristigen Spuren diese Art von Politik hinterlassen hat. ... Die Situation der ungarischen Gesellschaft ist insofern einzigartig und zum Verzweifeln, weil es hier über anderthalb Jahrzehnte hinweg kaum eine Alternative zur alles überdeckenden staatlichen Propaganda gab. Jeder ist hinter irgendeiner Frontlinie festgefahren, jeder steht jemandem entgegen - in der Regel genau demjenigen, mit dem er im Interesse eines so sehr ersehnten funktionierenden Landes eigentlich zusammenarbeiten müsste. Die Bürgergemeinschaft ist heute noch immer nur eine Illusion. ... Es sei denn, es kommt unerwartet, an unerwarteter Stelle zu einer Wende. Zum Beispiel, dass die Parteien im ungarischen Parlament wieder lernen, sich an einen Tisch zu setzen. Und an diesem Tisch miteinander sprechen, im Wissen, dass es etwas gibt, das größer ist als sie selbst."
Stichwörter: Ungarn

Magazinrundschau vom 04.08.2026 - HVG

Der Schriftsteller András Cserna-Szabó spricht anlässlich der Veröffentlichung seines neuen Romans ("Anya csak egy nincs" - Mutter gibt es nur eine nicht, Helikon 2026) im Interview mit Tamás Ligeti Nagy über die Erwartungen an einen Schriftsteller als öffentlichen Intellektuellen: "An Schriftsteller wird hierzulande die Mindestanforderung gestellt, dass wir die Zukunft kennen, dass wir Wahrsager und Propheten sind. Ich bin kein Wahrsager, ebenso wenig wie unser Nationalheld Petőfi, und ich werde es auch nie sein. Ich betrachte mich als Fachmann für Textgestaltung, als Handwerker, als Dienstleister, dessen Aufgabe es ist, Geschichten zu schreiben. Darin bin ich versiert, das tue ich Tag für Tag: Ich stehe an der Werkbank und feile, säge und schlage Nägel ein. Ich sehe die Zukunft nicht voraus, ich will nicht vorschreiben, wie dieses Land geführt werden sollte, und ich schreibe keine politischen Kommentare. Es gibt Leute, die sich damit auskennen, ich gehöre nicht dazu. Ich schreibe keine Gedichte und schaffe keine Skulpturen, weil ich mich auch damit nicht auskenne. Márai rät, der Schriftsteller solle hinter seinem Roman verschwinden, nicht politisieren, schon gar nicht auf kleinliche Weise. Ich versuche, mich daran zu halten. Márai sagt auch, der Schriftsteller solle nicht in Erscheinung treten, sich nicht in den Vordergrund drängen. Das ist für mich schon schwieriger einzuhalten. Der Schriftsteller ist ein Gefangener einer besonderen Schizophrenie: Er möchte sich einerseits hinter seinem Schreibtisch verstecken, brennt aber gleichzeitig vor dem Wunsch, seine Seele zu offenbaren. Ich koche gerne Letscho oder Kutteln, unterhalte mich mit Lesern über Bücher und Essen und lese Kurzgeschichten vor. Wenn das Selbstverherrlichung ist, dann bitte ich um Verzeihung. Vor allem bei Márai."

Magazinrundschau vom 28.07.2026 - HVG

Dóra Matalin unterhält sich für ein Porträt Judit Bergs mit dieser in Ungarn erfolgreichen Schriftstellerin, die letzten Monat zur stellvertretenden Staatssekretärin für Literatur und öffentliche Bildung ernannt wurde, über ihre neue Aufgabe: "Das Verlagswesen und die öffentliche Bildung liegen in Trümmern", sagt Berg. "Es gibt unzählige dringende Aufgaben, zum Beispiel die Übersetzungsförderung, die früher ein gut funktionierender Apparat für die Veröffentlichung ungarischer Literatur im Ausland war, aber seit Jahren keinen Cent mehr erhalten hat. Viele gute ungarische Bücher erscheinen deshalb nicht im Ausland. Auch anspruchsvolle Literaturzeitschriften benötigen Soforthilfe, da sie kurz vor dem Aus stehen. Die Liste der akuten Aufgaben ist schier endlos. (…) Eine Nation, deren Bürger nicht zu verstehendem, vertieftem Lesen fähig sind und in der die Zahl der funktionalen Analphabeten hoch ist, erleidet langfristig wirtschaftliche Nachteile. Die Kultur trägt dazu bei, dass wir in einem offenen, frei denkenden und humanen Land leben. In allen Bereichen der Kultur fand eine unglaubliche Verschwendung statt, Milliarden flossen in private Taschen, für Nichts. Mit so viel Geld könnte man fast schon Wunder vollbringen."

Magazinrundschau vom 21.07.2026 - HVG

Im Interview mit Doran Matlin spricht die aus der Süd-Slowakei stammende Schriftstellerin Katarina Durica über ihren jüngsten Roman, der u.a. von der Beerdigungskultur sowie dem Umgang mit dem Tod und den Toten in Ungarn handelt. Beerdigungen sind so teuer, dass nur wenige Ungarn sich einen "würdigen Abschied" leisten können, erzählt sie. "Also nehmen sie die Asche mit nach Hause und stellen die Urne ohne Beerdigung, ohne Zeremonie, ohne Trauerfeier und ohne Familientreffen ins Bücherregal. (…) Die Bestattungskultur in Budapest - oder vielmehr deren Fehlen - ist meiner Meinung nach weltweit einzigartig. Sie wirkt äußerst distanzierend; die Menschen halten sich von all dem fern, wissen nichts und wollen auch nichts wissen, sie besuchen Beerdigungen nur im engsten Kreis. Ein erheblicher Teil der ungarischen Erwachsenen mittleren Alters hat noch nie einen Toten gesehen. (…) Wie wir es hier in Budapest handhaben, ist das Schlimmste, was man tun kann. Alle Fachleute, die sich mit Trauer befassen, sagen, dass der Abschied von dem Toten ein sehr wichtiger Bestandteil des Loslassens ist. Nur so kann man die Dinge abschließen (…). Fehlt dies und gibt es keine Rituale, kann die Trauer ins Stocken geraten, sich in die Länge ziehen und schmerzhafter sein. Oft sagen wir, dass es um die psychische Verfassung der Menschen in Ungarn nicht zum Besten steht. Ich behaupte nicht, dass sich alles darauf zurückführen lässt, aber die Tatsache, dass wir uns nicht würdig von den Verstorbenen verabschieden, spielt dabei sicherlich eine Rolle."

Magazinrundschau vom 30.06.2026 - HVG

Ähnlich sieht es Boróka Parászka: Die Ungarn sollten sich nicht mit dem Wahlerfolg Magyars zufrieden geben, sondern die Chance zu einer gesellschaftlichen Aufarbeitung der 16 Orbán-Jahre nutzen, fordert sie. Dazu gehöre auch die Frage, was man selbst dazu beigetragen habe: "In Rekordgeschwindigkeit haben durch verfassungsmäßige Verfahren gewählte Gesetzgeber im Herzen der Europäischen Union den ungarischen Staat vor den Augen der gesamten Gesellschaft in Gefangenschaft genommen - über einen langen Zeitraum hinweg, mit einer scheinbar demokratischen Unterstützung durch die Mehrheit sowie durch die Unterwerfung und Einbindung staatlicher Institutionen und Behörden. Millionen passiver Bürger sind Zeugen und auf die eine oder andere Weise an der Gefangennahme des Staates beteiligt gewesen. Jeder von ihnen war ein Komplize. Diese sehr ungarische Form der organisierten Kriminalität ist unsere gemeinsame Geschichte auf allen Ebenen der Gesellschaftsschichten und der Machthierarchie. Deshalb wird die Konfrontation, die Rechenschaftslegung unendlich schmerzhaft sein. So wie sich innerhalb der Europäischen Union eine ganz eigene Form der organisierten Kriminalität entwickelt hat, um an EU-Mittel zu gelangen und diese zu veruntreuen, so bedarf es einer ganz eigenen ungarischen Tugend, gesellschaftlichen Selbsterkenntnis und Arbeit, um diese zu beseitigen. Wenn wir Erfolg haben, kann nicht nur die ungarische Gesellschaft, sondern auch die europäische Gemeinschaft viel davon profitieren - das kann uns bei der vor uns liegenden, unvorhersehbar langwierigen Arbeit Trost spenden. Auf das tiefgreifende Scheitern nach dem Systemwechsel in Ungarn kann tatsächlich ein einzigartiges ungarisches Befreiungsprogramm folgen - diese Chance hat sich uns eröffnet."
Stichwörter: Ungarn

Magazinrundschau vom 22.06.2026 - HVG

Die Debatte darüber, wie die zukünftige Medienfinanzierung in Ungarn aufgebaut werden und wie die Kontrollmechanismen der zukünftigen öffentlich-rechtlichen Medien aussehen soll, ist voll im Gange. Es liegt ein Gesetzesentwurf bereits zur Diskussion vor, nachdem selbstverwaltete Fachgremien die letzte Entscheidung bei der Förderungsvergabe aus einem staatlichen Pressefonds erhalten sollen. Der Publizist Árpád W. Tóta äußert Bedenken gegen dieses Modell und macht in der Wochenzeitschrift HVG einen Gegenvorschlag: "Aus dem Entwurf geht hervor, dass der Pressefonds Ausschreibungen veröffentlicht, über die dann 'die Fachgremien entscheiden'. Darin liegt das Problem. Unvermeidlich, zwangsläufig. Wer sitzt wohl in diesen Fachgremien? Offensichtlich Fachleute aus der Branche. Nun, die Journalistengemeinschaft ist voll von großartigen Menschen, hervorragenden Stilisten, großartigen Redakteuren, einfühlsamen Reportern, klugen Mädchen und Jungen. Wenn man jedoch mit Eifersucht einen Turbinenantrieb betreiben könnte, wäre die Presse eine CO₂-neutrale Branche. Persönliche Kränkungen, Sympathien, Cliquen, Kameradschaftsbündnisse und jahrzehntelange Gegensätze prägen den Berufsstand. Hinzu kommt eine unausweichliche, sogar vom Mond aus sichtbare Trennlinie: die Fidesz-Anhänger und die anderen. Die Vertreter der freien Presse sagen nicht ohne Grund, dass die Fidesz-Propagandisten für sie keine Kollegen sind - aber dennoch sind auch sie Teil der Öffentlichkeit. (…) Die neue Regierung gründete eine komplette Organisation für den gesellschaftlichen Dialog mit dem Ziel, die öffentliche Meinung bei politischen Entscheidungen kontinuierlich zu sondieren und einzubeziehen. Welche Medien Unterstützung verdienen, ist genau das Thema, zu dem man den lieben Wähler befragen sollte. Und dann können die Mitglieder der Fachausschüsse wieder in ihre Redaktionen zurückkehren. Dort können sie dann mit ihrer Arbeit das gottgegebene Volk davon überzeugen, für sie zu stimmen. Anstatt dass sie über deren Köpfe hinweg abstimmen."

Magazinrundschau vom 09.06.2026 - HVG

Die Soziologin Andrea Szabó ermuntert die ungarische Gesellschaft, die Chancen ernst- und wahrzunehmen, die durch den Wahlausgang im April (unsere Resümees) entstanden sind: "Der dritte Systemwechsel, die dritte Wende wird nur dann mehr sein als nur ein Wechsel der Machthaber, wenn die neue Macht keine neuen Loyalitätsstrukturen aufbaut, sondern sich selbst Grenzen setzt. Politische Selbstbeschränkung, eine tatsächliche Gewaltenteilung, die Stärkung der Kontrollinstanzen, öffentliche Entscheidungsfindung, unabhängige, auf fachliche Eignung basierende Postenbesetzungen sowie die transparente Verwendung öffentlicher Gelder. Das sind keine technischen Details. Das sind die Grundvoraussetzungen für den Aufbau von Vertrauen. (…) Die große Chance der Wahlrevolution von 2026 besteht darin, dass die ungarische Gesellschaft nicht nur eine neue Regierung, sondern auch ein neues Verhältnis zur Macht schaffen kann. Kein Verhältnis als Untertanen, als Bewunderer oder als zynische Außenstehende, sondern als mündige Bürger. Vertrauen, aber kein blindes Vertrauen und schon gar kein bedingungsloser Gehorsam."
Stichwörter: Ungarn, Szabo, Andrea

Magazinrundschau vom 02.06.2026 - HVG

Die Publizistin Réka Kinga Papp mahnt nach den Wahlen in Ungarn, dass die neue Regierung sich vor allem auf Partizipation und Inklusion konzentrieren sollte: "Die demokratische Landkarte der EU sieht ramponiert aus; und in (solch einer) Situation muss die Zweidrittelmehrheit an der Tisza ein - auch auf internationaler Ebene nutzbares - Beispiel für demokratische Wiedergutmachung und Wiederaufbau geben. Wie? Die Wähler, die Fidesz massenhaft den Rücken kehren, sind nicht plötzlich zu demokratisch engagierten, ihren Mitmenschen gegenüber barmherzigen, gutgläubigen Teamplayern geworden. Die Zerstörungsarbeit der Orbán-Regierungen hat die Staatsverwaltung und den politischen Apparat in ihren Grundfesten erschüttert. Zurück blieb ein ausgehöhltes, handlungsunfähiges institutionelles System, was sowohl Nachteil als auch Chance ist. Es gibt kaum institutionelle Unbeweglichkeit, die unprofessionellen, überzentralisierten und auf politische Anpassung ausgerichteten NER-Gremien stürzen hintereinander wie ein Kartenhaus zusammen. Man kann also bei Null anfangen - das ist ein Risiko und eine riesige Aufgabe. Im Schatten des NER haben mehrere Generationen engagierter Fachleute eine neue Art partizipativerer demokratischer Arbeitsweise erlernt, und auf der Ebene der Kommunalverwaltungen haben viele Wähler bereits erste Erfahrungen damit gemacht. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, ob die Tisza-Regierung in der Lage sein wird, dieses, von unten kommendes Wissen zu integrieren und zu nutzen. Das Sexappeal von Péter Magyar nach seinem Erscheinen lag gerade darin, dass er das Orbán-System von innen kannte. Wir werden sehen, ob neben ihm auch diejenigen genügend Raum erhalten, die die demokratische und gerechte Funktionsweisen von innen kennen."
Stichwörter: Magyar, Peter, Ungarn

Magazinrundschau vom 05.05.2026 - HVG

In HVG beschreibt Beate Balog die Bedeutung der ungarischen Wahlen für die Slowakei und für die Situation der ungarischen Minderheit in der Slowakei: "Fico pflegte in erster Linie gute Beziehungen zu Orbán, nicht zu den Ungarn", erinnert sie. "Was sich mit dem Sieg von Péter Magyar tatsächlich geändert hat, ist, dass Fico nun nicht mehr vorgeben muss, Interesse an der ungarischen Minderheit zu haben. Der Konflikt zwischen den beiden Staatschefs wird jedoch keinen ethnischen Charakter haben", vielmehr gehe es um die Korruption, die eine neue Wirtschaftselite hat entstehen lassen, die nichts an den Staat wird zurückgeben wollen. "Es ist kein Zufall, dass wir auch in der Slowakei mit angehaltenem Atem auf das Ergebnis der Wahlen in Ungarn gewartet haben - als wären wir selbst zur Wahl gegangen. Die Medien berichteten minütlich, mit dem Gefühl, dass wir eine für uns ebenfalls schicksalhafte Wahl verfolgen. Viele ungarische Mitbürger in der Slowakei, die Orbán nicht unterstützt haben, konnten nach langer Zeit das Gefühl haben: Diese Unterstützung ist keine Voraussetzung mehr dafür, ein 'guter Ungar' zu sein. Denn wir sind alle miteinander verbunden - schicksalhaft, im Kampf für die Demokratie."