Elfenbein Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783961601127 Gebunden, 336 Seiten, 29,00
EUR
Klappentext
Aus dem Neu-Griechischen von Andrea Schellinger. Von der NS-Sicherheitspolizei mit "Ausschaltung" bedroht, floh Giorgos Seferis, griechischer Dichter, Diplomat und späterer Nobelpreisträger für Literatur, 1941 vor der einmarschierenden Wehrmacht aus seiner Heimat und kehrte erst 1944, nach Stationen in Ägypten, Südafrika und Palästina, in das zerstörte und zutiefst gespaltene Griechenland zurück. Als unbestechlicher Beobachter, der Persönliches, ja Intimes mit Kommentaren zum Kriegsgeschehen weit über Nordafrika und Nahost hinaus verflicht, lässt er den Leser am literarischen und politischen Weg eines Menschen teilhaben, der Sprache als Waffe gegen Ideologie und Engstirnigkeit einsetzt. Zum ersten Mal erscheint nun auf Deutsch einer der neun Bände der persönlichen Tagebücher, die bis zu seinem Tod unveröffentlicht geblieben waren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2026
Rezensent Tobias Lehmkuhl wünscht sich eine Fortsetzung der von Andrea Schellinger "sorgfältig" kommentierten Tagebücher des griechischen Diplomaten und Dichters Giorgos Seferis. Die Tagebücher der Jahre 1941 bis 1944 findet er hellsichtig in Bezug auf die Entwicklungen in Europa und nicht larmoyant oder zu weitschweifig. Genau erscheint ihm Seferis Blick, so dass die Einträge ein Zeitzeugnis ergeben, das Lehmkuhl mit Spannung liest. Wie Seferis im ägyptischen Exil den Besuch Churchills erlebt und auf die europäische Kultur und ihren Untergang blickt, erscheint ihm dunkel gefärbt und auf jeden Fall lesenswert.
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