März 1933: Die freie Welt steht am Abgrund. Während die Nazis ihre Gegner brutal verfolgen, steckt Amerika tief in der Krise. Jeder Vierte ist arbeitslos, und Franklin D. Roosevelt regiert so autoritär wie kein Präsident zuvor. Und doch sind die USA Zufluchtsort - für Albert Einstein, den die Nazis mit einem Kopfgeld jagen; für George Grosz, der von Amerika aus um seine Söhne in Berlin bangt. Marlene Dietrich wird in Hollywood von Goebbels umworben. Max Schmeling lässt sich vor seinem Kampf gegen den Juden Max Baer für Hitlers Zwecke einspannen. Die First Lady Eleanor Roosevelt liebt derweil eine Frau und versucht verzweifelt, mehr jüdische Flüchtlinge ins Land zu holen. Doch Antisemitismus vergiftet die Stimmung.
Rezensent Hannes Stein findet Johannes Ehrmanns Buch über die USA im Jahr 1933 packend, ist aber nicht mit allem einverstanden, was Ehrmann hier suggeriert. Im "geschliffenen Stil" und anhand verschiedener Protagonisten wie George Grosz, Marlene Dietrich, Eleanor Roosevelt, der amerikanischen Arbeitsministerin Frances Perkins oder dem Komponisten Arnold Schönberg erzählt der Autor die Geschichte der Machtergreifung in Deutschland aus amerikanischer Perspektive. Stein gefällt die bisweilen geradezu "ätzende" Ironie im Text, den er gut geschrieben, allerdings nicht immer überzeugend findet. So ziehe der Autor eine nicht besonders sinnvolle Paralle zwischen Franklin D. Roosevelt und Donald Trump, außerdem vermisst der Kritiker die Sicht auf Personen wie Charles Lindbergh, der zu einem führenden Nazipropagandisten wurde oder Pater Charles Coughlin, einem überzeugten Faschisten. Das Gefühl der "welthistorischen Krise" weiß Ehrman aber sehr überzeugend rüberzubringen, versichert der Kritiker, dem vor allem Arnold Schönberg in Ehrmans Schilderung als aufopferungsvoller Vater ans Herz wächst. Keine fehlerlose, aber eine durchaus spannende Darstellung, so das Fazit.
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