Die Ordnung der Welt ist eines der großen Probleme, mit denen die Staaten konfrontiert werden. Wer sorgt für Ordnung in der "Anarchie der Staatenwelt", wenn als Folge von Globalisierung die Beziehungen zwischen den Staaten immer dichter werden und der Bedarf nach internationaler Ordnung wächst? Der Weltstaat ist eine ferne Utopie. Die freiwillige Kooperation der Staaten durch Verträge, die Mitgliedschaft in internationalen Organisationen und die Normen des Völkerrechts stößt immer wieder an Grenzen, wenn wichtige Interessen betroffen sind. Anhand der vergleichenden Analyse großer Mächte - von China der Song-Zeit bis zu den USA heute - formuliert Ulrich Menzel eine Theorie der internationalen Ordnung und leistet so einen maßgeblichen Beitrag zur aktuellen Hegemonie- und Imperiumsdebatte, die nach dem Ende des Kalten Krieges neuen Auftrieb erhalten hat. Zugleich liefert er eine Interpretation des Kalten Krieges als eines Konflikts zwischen amerikanischer Hegemonie und sowjetischem Imperium und der neuen Konstellation zu Beginn des 21. Jahrhunderts, die durch den globalen Ausscheidungskampf der absteigenden Hegemonialmacht USA und des neuen hegemonialen Herausforderers China geprägt ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2015
Herfried Münkler glaubt fest, dass dem Politikwissenschaftler Ulrich Menzel mit diesem Buch ein Meilenstein der Weltgeschichtsschreibung gelungen ist. So dick das Buch ist, so umfangreich das Material, das der Autor zusammen mit Statistiken und Grafiken verarbeitet hat, meint Münkler. Herausspringen dabei für den Rezensenten 1200 Jahre Weltgeschichte, eine These zum imperialen und hegemonialen Verhältnis von Staaten sowie eine Prognose für die Zukunft. Dass der Autor all das mit mannigfachen Beispielen stützt, der Entstehung des mongolischen Großreichs, der Seerepubliken Genua und Venedig oder auch des Spanischen Reichs und schließlich der Vereinigten Staaten, erfüllt Münkler mit Respekt. Menzels Blick auf die Hybridverhältnisse von Imperialität und Hegemonialität und auf gewisse zyklische Auf- und Abstiegsgeschichten von Weltordnungsmächten scheint dem Rezensenten sorgfältig und lehrreich.
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