Henryk M. Broder feierte gestern seinen Achtzigsten. Bei Journalisten und Intellektuellen ist er nicht immer so beliebt, auch wegen seines
gefürchteten Witzes, aber im Publikum ist das ganz anders,
erzählt sein Freund und Kollege Reinhard Mohr in der
Jüdischen Allgemeinen: "Als Broder einmal
an einer roten Ampel am Potsdamer Platz hielt, stürzte ein Polizeibeamter auf seinen Wagen zu: 'Oh Gott, was hab ich falsch gemacht', fragte sich Broder. 'Werde ich jetzt festgenommen, geht es wieder los?'. Nein, der Polizeibeamte reckte den großen Daumen und sagte: 'Machen Sie weiter so!'" Broders Klassiker "Der ewige Antisemit", der als eines der ersten Bücher den Antisemitismus der "Neuen Linken" thematisierte, ist gerade wieder aufgelegt worden. In der
Welt gratuliert Mathias Döpfner seinem Kolumnisten.
Bei der
taz hat man sich immer schon fragen können, ob sie heimlich nicht
eher der Linkspartei als den Grünen nahesteht, mit denen sie oft assoziiert wird. Und auch jetzt mal wieder, wenn man Erik Peters
Artikel über die Initiative eines
taz-Gründers liest. "Kurz ist
Michael Sontheimer, ehemaliger
taz-Chefredakteur, wohl selbst irritiert, als er auf einer Pressekonferenz am Donnerstag die Genese der Idee einer Wahl-Initiative für die Linken-Kandidatin zur Abgeordnetenhauswahl
Elif Eralp vorstellt. Sein Vater habe damals, Ende der 1960er die Initiative 'Willy wählen' mitbegründet, die zwei erfolgreiche Kanzlerkandidaturen von Willy Brandt begleitete, an diese habe er sich erinnert und gedacht: 'Warum nicht' etwas Ähnliches auch für Eralp? Begleitet von Lachern auf dem Podium in der
taz-Kantine entfährt ihm: 'Mir ist schon klar, dass da eine gewisse Asymmetrie herrscht.'" Im Interview mit dem
Tagesspiegel versichert
Elif Eralp heute: "Eine Linke in der Regierung wird
vergesellschaften." Außerdem will sie eine "Luxusvillensteuer" einführen, die Anwohnerparkgebühren auf mindestens hundert Euro im Jahr erhöhen und "den möglichen Kreditrahmen innerhalb der Schuldenbremse von
einer Milliarde Euro ausschöpfen".
Außerdem: In der
FAZ schildert Philip Plickert den Niedergang der
Lokalmedien im Vereinigten Königreich: "Die drei größten Verlage für Regionalmedien bauen stetig Personal ab. Reach, Newsquest und National World Publishing beschäftigten vor zwanzig Jahren mehr als 9000 Mitarbeiter, heute sind es weniger als 3000."