Andrzej Bobkowski

Hinter dem Wendekreis

Erzählung vom Abschied aus Europa
Cover: Hinter dem Wendekreis
Die Andere Bibliothek, Berlin 2023
ISBN 9783847704584
Gebunden, 384 Seiten, 44,00 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen Ron Mieczkowski. Freiheit, Individualismus, Tatendrang und Pioniermut sind Bobkowskis  Themen. Die versammelten Texte des Schriftstellers, Individualisten, Fahrradenthusiasten und Modellflugzeugkonstrukteurs Andrzej Bobkowski (1913-1961) zeigen in Erzählungen und Reiseberichten vor allem aus den 1940erJahren ein langsames Abschiednehmen eines Emigranten von Europa: Bobkowski erlebte den Zweiten Weltkrieg in Frankreich und findet sich in der Nachkriegswirklichkeit des Kalten Krieges und der Blöcke nicht zurecht. Er arbeitet in Paris in einer Fahrradwerkstatt, reist ins Baskenland, nach Lourdes und mit dem Fahrrad entlang der Côte d'Azur, von wo er mit seiner Frau mit einem Schiff über den Atlantik setzt: Südamerika ist das Ziel, mit Guatemala als dem unbekannten Endpunkt ihrer Auswanderung. Dort wird er in einer Spielzeugfabrik arbeiten, sich den Bau von Modellflugzeugen autodidaktisch erschließen und ein Geschäft mit Aeromodellen eröffnen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 27.06.2023

Rezensentin Katharina Teutsch empfiehlt die von Ron Mieczkowski sinnig zusammengestellte Auswahl mit Texten von Andrzej Bobkowski als wertvolle, da facettenreiche Perspektive auf das Nachkriegseuropa. Voller Elan, voller Zweifel auch schreibt der Autor laut Teutsch über die Menschen, das Denken, die Ideologien und die Literatur seiner Zeit. 1948, auf dem Sprung ins Exil nach Guatemala, denkt er über die Rolle Deutschlands in Europa nach. Für Teutsch höchst aktuell, augenöffnend und auch immer wieder voller Humor.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 22.06.2023

Endlich lässt sich mit Andrzej Bobkowski einer der bedeutendsten polnischen Autoren auch auf Deutsch entdecken, freut sich Rezensent Marko Martin. Er erklärt zunächst die abenteuerliche Flucht- und Exilgeschichte Bobkowskis, die von Polen über Frankreich nach Guatemala führt und erklärt diese Distanz und Distanzierung auch als Schreibmotor: So hat sich der Autor aus der Außenseiterperspektive dem "alten Europa" zugewandt, dessen Zwänge er so präzise wie polemisch beschreibt. Die Perspektive bedeutet aber auch den Verlust von Anschlussfähigkeit an andere Literaten wie an politische Bewegungen - vielleicht einer der Gründe, warum es mit der Rezeption so lange gedauert hat, mutmaßt Martin. Er ist dankbar, dass er den Schriftsteller dank der hervorragenden Übersetzung von Ron Mieczkowski mit all seinen unbequemen Thesen und politisch durchaus fehlbar entdecken darf.

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