Armin Eich hat ein faszinierendes Buch über die Frühzeit des Krieges geschrieben. Er erläutert kundig die einschlägigen Forschungsergebnisse der Prähistoriker, beschreibt die Auswirkungen von verbesserter Waffentechnologie und Strategie in der Bronzezeit und richtet dabei auch den Blick auf untergehende Hochkulturen wie die mykenische und die hethitische. In weiteren Kapiteln untersucht er die beklemmenden Zusammenhänge eines sich entwickelnden Rohstoffhandels, früher Staatlichkeit und der Monetarisierung des Kriegsgeschehens in klassischer Zeit. Den Abschluss der Darstellung bilden die traumatisierenden Verhältnisse eines entgrenzten Kriegszustands, in dem sich durch die Dauerkonfrontation mit Kriegserlebnissen die psychische Struktur der Betroffenen verändert und die organisierte Gewalt als Lebensform zu einem ausweglosen Schicksal in der Antike wird.
Der Althistoriker Armin Eich bricht in seiner Geschichte des Krieges "Die Söhne des Mars" eine Lanze für die ursprüngliche Friedfertigkeit des Menschen, berichtet Berthold Seewald. Auch wenn Menschen wahrscheinlich schon immer durch Menschen zu Tode gekommen sind, Krieg als geplantes und organisiertes Mittel der Politik ist kein Ingredienz des menschlichen Wesens, sondern an komplexe historische Entwicklungen, laut Eich insbesondere die Erfindung und Verbesserung des Schwertes gebunden, die sich nicht ohne weiteres in einen Naturzustand hineindenken lassen, erklärt der Rezensent. Insbesondere die Verschränkung von handwerklichen, geografischen und ökonomischen Entwicklungen ist Eich gut gelungen, lobt Seewald, auch wenn sie ihm in ihrem Detailreichtum einiges an Geduld abverlangt haben.
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