Wer war Alban Berg? In ihrem neuen Buch nähert sich Barbara Meier erzählend dem Leben und Werk des großen Komponisten und zeichnet dabei ein breites Panorama des kulturellen Lebens nach der Jahrhundertwende nach, einer Zeit, die für den Künstler geprägt war von Krieg, Inflation und aufkommendem Nationalsozialismus. Sie schildert Begegnungen Bergs mit Zeitgenossen, sein schwieriges Verhältnis zu Arnold Schönberg und erzählt anhand von Briefen, auch bisher unveröffentlichten, von Alban Bergs stets unglücklichen Liebesbeziehungen. Alle gedruckten Kompositionen, insbesondere die beiden Opern Wozzeck und Lulu, werden in diese Erzählung des Lebens einbezogen und eingehend analysiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2018
Rezensent Jan Brachmann hält Barbara Meiers Biografie über Alban Berg nicht für geeignet, beim Leser Sympathien für den Komponisten zu wecken, obwohl sich die Autorin mit Wertungen zurückhält, wie Brachmann betont. Die Ursache liegt bei Berg selbst, seinem Charakter, seiner im Buch durch Aussagen von Zeitgenossen bezeugten Feigheit und Ichbezogenheit sowie seinem Nationalismus, stellt der Rezensent fest. Indizien für verheimlichte Liebschaften des Komponisten teilt Meier auch mit, meint Brachmann, neutral und mit akribischer Quellenbehandlung. Über die Behandlung des Werks im Buch erfährt der Leser bei Brachmann nichts.
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