Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Wildlinge sind Meme, Frantz und Kamel, drei Jugendliche in dem Alter, in dem sich die Weichen für das weitere Leben stellen. Die bedrückende Welt, in die sie hineingeboren wurden, liegt im französischen Norden, nahe der belgischen Grenze - und könnte doch überall sein: Schule, exzessive Samstagabende, an denen die sexuellen Begierden sich Auslauf verschaffen. Fußball und Alkohol, Arbeitslosigkeit und Langeweile - nichts Aufsehenerregendes. Meme stammt wie seine Freunde aus armen Verhältnissen, die verwitwete Mutter verbringt depressiv die Tage am Telefon und vor dem Fernseher, ihr Sohn fühlt sich als Erstgeborener für die Familie verantwortlich. Aber - er hat Träume. Er liebt die Fische und die Fischzucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.12.2005
Als "bemerkenswert stilsicheres Debüt jenseits aller Sensationshechelei" würdigt Rezensent Hardy Reich diesen Roman über eine Jugend in der nordfranzösischen Provinz, den Benjamin Berton vorgelegt hat. Im Mittelpunkt sieht er den zu Beginn des Romans fünfzehnjährigen Jessy, genannt Meme, und seine Freunde Frantz und Kamel, deren Alltag durch Schule, Fußball, das Schwimmbad im Sommer, Dorffeste mit Besäufnissen sowie das eifrige Sammeln sexueller Erfahrungen strukturiert und meistens nicht allzu spektakulär ist. Reich hebt die "forciert sozialkritische" Haltung Bertons hervor, deren Umsetzung ihm trotz gelegentlicher direkter Erzählerkommentare gelungen scheint. Die Übersetzung Hinrich Schmidt-Henkels lobt er als "elegant". Das Resümee des Rezensenten eine "Bereicherung der französischen Gegenwartsliteratur".
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