Carsten Jensen

Der erste Stein

Roman
Cover: Der erste Stein
Albrecht Knaus Verlag, München 2017
ISBN 9783813507416
Gebunden, 640 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg. In einem Militärcamp in Afghanistan trifft ein Zug dänischer Soldaten ein, 24 Männer und die Soldatin Hannah unter Führung des charismatischen Rasmus Schrøder. Alle sind hochmotiviert, hervorragend ausgebildet und abenteuerhungrig. Doch die Tage fließen monoton dahin, bis durch eine Landmine zwei Männer sterben und eine sich immer schneller drehende Spirale der Gewalt in Gang setzt. Als schließlich Schrøder die Truppe verrät, gerät alles außer Kontrolle.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2017

Durchaus verdienstvoll findet Rezensent Matthias Hannemann diesen Roman des dänischen Schriftstellers Carsten Jensen, der zu Recherchezwecken nicht nur einige Wochen mit dänischen Soldaten in Helmland verbrachte, sondern auch mit einem Journalisten durch Afghanistan reiste. Interessiert folgt der Kritiker zunächst auch den Schilderungen des monotonen Lageralltags der Soldaten, die Kampfeinsätze mit Konsolespielen vergleichen und sich bald ein wenig "Action" wünschen. Wenn Jensen schließlich erzählt, wie Kameraden "zerfetzt" oder Zivilisten aus "Nervosität" getötet werden, dazu noch eine Liebesgeschichte der einzigen Frau im Team mit einflicht, gerät dem Rezensenten der Roman aber doch zu sehr zu einem "auf Bestseller gebürsteten Thriller". Dass sich die Handlung gelegentlich zieht und die Charaktere eher "grob" daherkommen, macht es für Hannemann nicht besser.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.06.2017

Für Rezensent Christoph Bartmann ist Carsten Jensens neuer Roman "Der erste Stein" leider nicht mehr als eine nur dürftig als Antikriegsroman getarnte "Räuberpistole". Zwar beginnt die Geschichte um eine Truppe dänischer, im afghanischen Helmland stationierter Soldaten durchaus "sachlich" und spannend, meint der Kritiker. Bald aber bläst der Autor, der selbst vor Ort recherchiert hat, seine Erzählung nicht nur mit viel "Kriegsfilmdynamik" und Videospiel-Klischees auf, sondern packt auch noch eine ordentliche Portion ziemlich "großspuriger" Kulturkritik oben drauf, klagt Bartmann. Dass die Handlung im Verlauf der Lektüre zunehmend unwahrscheinlicher wird, stimmt den Rezensenten nicht gerade versöhnlicher.

Beliebte Bücher

Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Tony Tulathimutte. Fiasko - Fiktionen . dtv, München, 2026.Tony Tulathimutte: Fiasko
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen…
Heinz Strunk. Memories of Heidelberg - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Heinz Strunk: Memories of Heidelberg
Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub…
Miriam Carbe. Unerwünschte Töchter - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter
Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…