Aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg.
In einem Militärcamp in Afghanistan trifft ein Zug dänischer Soldaten ein, 24 Männer und die Soldatin Hannah unter Führung des charismatischen Rasmus Schrøder. Alle sind hochmotiviert, hervorragend ausgebildet und abenteuerhungrig. Doch die Tage fließen monoton dahin, bis durch eine Landmine zwei Männer sterben und eine sich immer schneller drehende Spirale der Gewalt in Gang setzt. Als schließlich Schrøder die Truppe verrät, gerät alles außer Kontrolle.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2017
Durchaus verdienstvoll findet Rezensent Matthias Hannemann diesen Roman des dänischen Schriftstellers Carsten Jensen, der zu Recherchezwecken nicht nur einige Wochen mit dänischen Soldaten in Helmland verbrachte, sondern auch mit einem Journalisten durch Afghanistan reiste. Interessiert folgt der Kritiker zunächst auch den Schilderungen des monotonen Lageralltags der Soldaten, die Kampfeinsätze mit Konsolespielen vergleichen und sich bald ein wenig "Action" wünschen. Wenn Jensen schließlich erzählt, wie Kameraden "zerfetzt" oder Zivilisten aus "Nervosität" getötet werden, dazu noch eine Liebesgeschichte der einzigen Frau im Team mit einflicht, gerät dem Rezensenten der Roman aber doch zu sehr zu einem "auf Bestseller gebürsteten Thriller". Dass sich die Handlung gelegentlich zieht und die Charaktere eher "grob" daherkommen, macht es für Hannemann nicht besser.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.06.2017
Für Rezensent Christoph Bartmann ist Carsten Jensens neuer Roman "Der erste Stein" leider nicht mehr als eine nur dürftig als Antikriegsroman getarnte "Räuberpistole". Zwar beginnt die Geschichte um eine Truppe dänischer, im afghanischen Helmland stationierter Soldaten durchaus "sachlich" und spannend, meint der Kritiker. Bald aber bläst der Autor, der selbst vor Ort recherchiert hat, seine Erzählung nicht nur mit viel "Kriegsfilmdynamik" und Videospiel-Klischees auf, sondern packt auch noch eine ordentliche Portion ziemlich "großspuriger" Kulturkritik oben drauf, klagt Bartmann. Dass die Handlung im Verlauf der Lektüre zunehmend unwahrscheinlicher wird, stimmt den Rezensenten nicht gerade versöhnlicher.
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