Fotografien von Simone Sassen. Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen. Der Saigoku-Pilgerweg ist von den vielen Wallfahrten, die man in Japan unternehmen kann, eine der bedeutendsten, längsten - und schwierigsten. Sie umfasst nicht weniger als 33 buddhistische Tempel, die alle Kannon, der vielgestaltigen Göttin der Barmherzigkeit, geweiht sind. Simone Sassen fotografierte die Tempel in verschiedenen Jahreszeiten: bei Schnee, zur Kirschblüte und mit Herbstlaub - den Höhepunkten des japanischen Jahres. Cees Nooteboom beruft sich in seinen Texten auf die um 1000, also in der Heian-Zeit, von der Hofdame Murasaki Shikubu verfasste Geschichte vom Prinzen Genji, den ersten psychologischen Roman der Weltliteratur.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.07.2013
Der japanische Pilgerweg Saigoku ist ein faszinierendes Relikt aus einer vergangenen Zeit, berichtet Burkhard Müller. Die dreiunddreißig Tempel, die im Umkreis von Osaka und Kyoto liegen, nicht sehr verstreut, allerdings durch Wälder und lange, steile Treppen voneinander getrennt, sind Kannon geweiht, der Göttin des Mitleids und Erbarmens, die in unterschiedlichsten Formen verkörpert wird. Cees Nooteboom ist diesen Weg gegangen und hat versucht, seine Eindrücke zu Papier zu bringen, aber der Autor ist an seinem "narzisstischen abendländischen Ego" gescheitert, findet der Rezensent. In seinem Buch, "Saigoku" heißt es, wie der Weg selbst, wird alles unerbittlich aus der Perspektive eines distanzierten Beobachters geschildert, für Versenkung fehlt Noteboom die Geduld. Da ist es kein Wunder, dass ihn die "Magie der Tempelanlagen" gänzlich kalt lässt, meint Müller, und auch die Fotografien von Simone Sassen reißen das Ganze nicht wieder raus, bedauert er.
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