Christopher Ecker

Die leuchtende Reuse

Roman
Cover: Die leuchtende Reuse
Mitteldeutscher Verlag, Halle 2025
ISBN 9783963119798
Paperback, 200 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Mit einem Nachwort von Kai U. Jürgens. Josef Gripke, ein ebenso betulicher wie neugieriger Gymnasiallehrer im Vorruhestand, ist in eine Verschwörung geraten, die sich um Bücher, Weltkriegssoldaten und Zauberkunststücke mit Seilen dreht. Alles beginnt mit einem fixierten Patienten, der spurlos aus dem Krankenhaus verschwindet. Gripke recherchiert und stößt auf eine Luftlandeeinheit, die 1942 in der afrikanischen Wüste verschollen ist - nun scheinen sich die Ereignisse zu wiederholen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2026

Ein literarisches Fangspiel voller Täuschungen, Anspielungen und flüchtiger Erkenntnisse, liegt hier laut Rezensent Jan Wiele vor. Er beschreibt den Roman als bewusst "verrätselte Literatur", die sich erst wie ein klassischer "Hardboiled-Krimi" anliest, mit einem übergewichtigen Kommissar und lakonischen Sätzen, dann aber in wahnhaft-abgründige Zonen kippt, erfahren wir. Die Spurensuche um einen entflohenen Patienten, der in Rommels Afrikakorps gedient haben und zu einem mysteriös verschwundenen Bataillon gehört haben soll, führt durch Historie, Parodie und Paranoia, gesättigt mit Referenzen von Lovecraft bis Poe. Auch ein Privatdetektiv macht sich mit auf die Suche nach dem Verschwundenen. Der Kritiker lobt den Reiz der "hermeneutischen Überforderung", merkt aber an, dass manche Anspielung mit dem "Holzhammer" gesetzt sei. Die Neuausgabe schärft Details, bewahrt aber den eigentümlichen Zauber: "Fernschach mit falschen Fischen" und genau das macht dem Kritiker Spaß. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 05.09.2025

Rezensent Michael Eggers bewundert das ungeheure Wissen, die raffinierte Anlage und das virtuosen Spiel mit Verweisen in Christoph Eckers überarbeitetem Debütroman. Doch was kommuniziert dieser Roman ihm gegenüber eigentlich? "Die leuchtende Reuse" beginnt scheinbar krimi-konventionell mit einem klassischen "locked-room" Rätsel: Ein Patient ist aus dem Krankenhaus verschwunden, obwohl er an sein Bett fixiert war. Doch dieser Anfang ist nur eine von vielen falschen Fährten, die Eckers in seinem Roman legt, erklärt der Rezensent. Bald schon wird dieser anfängliche rote Faden in einem fantastischen erzählerischen Gewirr verstrickt, einem erzählerischen Labyrinth aus Hin- und vor allem Verweisen auf Literatur und Popkultur. Dieses Knäuel an Referenzen zu entwirren kann durchaus Genuss bereiten, so man denn Lust darauf hat, "sich zu verheddern". Doch was sich am Ende vermittelt, ist vor allem das Rätsel selbst, erkennt der Rezensent, nicht ganz ohne Enttäuschung.

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