Daniel Leisegang

Amazon

Das Buch als Beute
Cover: Amazon
Schmetterling Verlag, Stuttgart 2014
ISBN 9783896570680
Kartoniert, 128 Seiten, 12,80 EUR

Klappentext

Auch wenn der Online-Händler Amazon nicht einmal 20 Jahre existiert, hat er die Einkaufsgewohnheiten der Menschen bereits revolutioniert. Die Kunden schätzen seine preiswerte und nahezu lückenlose Warenpalette, die unabhängigen Produktbewertungen der anderen Käufer sowie die unkomplizierten Umtauschoptionen. Und da das Unternehmen zumeist sogar eine Lieferung bis zum nächsten Werktag verspricht, ziehen viele den bequemen Mausklick dem stressigen Einkauf vor. Doch der Schein der schönen neuen Warenwelt trügt. Hinter der Fassade von Amazons Online-Shop verbirgt sich eine Welt prekärer Arbeitsbedingungen. Den niedrigen Preis für das bequeme Einkaufen im Netz zahlen dabei vor allem jene, die für die Logistik und den Versand der Waren zuständig sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.04.2014

Nun gut, es ist nicht alles ganz neu, was Daniel Leisegang über den Onlinehändler  zusammengetragen hat, aber da Amazon gerade dabei ist, den Buchhandel und vielleicht den gesamten Handel umzukrempeln, findet Rezensent Hannes Hintermeier das Buch doch nicht unwichtig. Was Leisegang zu Amazons aggressiver Expansionsstrategie zusammenträgt - Ausschaltung der Konkurrenz, erdrückende Rabattforderungen an die Verlage, das Anpreisen von Selfpublishing, Ausspähen von Kundendaten - das kann Hintermeier jedem Online-Kunden zur Leküre empfehlen. Ihm selbst erscheint Jeff Bezos Getriebenheit nicht nur extrem zwanghaft, sondern auch genau kalkuliert und sehr konsequent. Vermisst hat er allerdings wirksame oder originelle Gegenkonzepte, auf das Kartellamt und ein gestärktes Einkaufsbewusstsein möchte sich Hintermeier lieber nicht verlassen müssen, wenn es gilt, dem großen "Frenemy" des Buchhandels etwas entgegenzusetzen. Vielleicht könnte der Buchhandel Leisegangs Buch verschenken?

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