Doris Anselm

Hautfreundin

Eine sexuelle Biografie. Roman
Cover: Hautfreundin
Luchterhand Literaturverlag, München 2019
ISBN 9783630876030
Gebunden, 256 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Gibt es noch schmutzige Worte? Hilft fesseln gegen Traurigkeit? Besitzt ein Mann mit einer schönen Stimme auch eine schöne Zungenspitze? Kann man zu zärtlich sein, wenn man bloß eine Affäre hat? Und gedeiht im Unanständigen vielleicht ein besonderer Anstand? - Sie ist eine Frau, die Sex mag und seltsame Fragen, ihre eigene Haut und die Haut ganz verschiedener Männer. Direkte Berührung ebenso wie den Salto ins Fantastische. Sie flirtet lieber unterwegs als online, weil sie den kleinen Rausch des ersten Schritts liebt. Ihr Blick auf Sex ist zugleich lustvoll und schräg, präzise und sanft. Die Männer, denen sie nah kommt, gehen ihr nah. Aber worauf steht sie eigentlich selbst? Und wie hat das angefangen? Nach und nach ergeben die Geschichten ihrer hautnahen Begegnungen eine Geschichte: die überraschend glückliche sexuelle Biografie einer freien Frau. So sinnlich erzählt, dass die Sprache selbst Feuer fängt.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 01.06.2019

Marlen Hobrack fühlt sich bei Doris Anselm und ihrer Erzählerin ganz gut aufgehoben - als hätte sie endlich eine Freundin, mit der sie über Sex reden kann. Dass ein solches Gespräch nicht immer funktioniert, erfährt sie von Anselms Erzählerin allerdings auch. Deren sexuelle Erlebnissen lauscht die Rezensentin mit Spannung, weil das Sprechen darüber ihr alles andere als selbstverständlich erscheint und manchmal abgedroschen wirkt. Wann immer der poetische oder humorvolle Zugang im Text gelingt, freut sich Hobrack daher, zumal es sich in diesem Fall um eine weibliche Perspektive und Sprache handelt, eine weibliche Poetologie der Pornografie.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 29.05.2019

Mechthild Lanfermann hält Doris Anselms Blick auf weibliche Sexualität für grundsätzlich anders als den von Anna Gien und Marlene Stark etwa. In Anselms Roman geht es laut Lanfermann nicht um die Erniedrigung von Männern als umgekehrtes Machtdenken. Eine Frau, die mit fremden Männern guten, einvernehmlichen Sex hat, wie bei Anselm, das scheint der Rezensentin zwar beinahe harmlos. Die klare, humorvolle Beschreibung des anständigen Unanständigen im Buch aber findet Lanfermann schließlich überzeugend.

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