Doris Knecht

weg

Roman
Cover: weg
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783737100380
Gebunden, 304 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Zwei, die nichts miteinander zu tun haben, auf einer Reise mit unbekanntem Ziel: Eine Frau und ein Mann, die sich kaum kennen und nicht besonders mögen, zwei Verschiedene, die ganz woanders und ganz unterschiedlich leben. Dieser Mann und diese Frau müssen sich gemeinsam auf die Suche machen, nach dem einzigen, was sie im Leben gemeinsam haben: eine Tochter. Schon erwachsen, aber mit psychischen Probleme. Und plötzlich verschwunden. Heidi verlässt ihr Kleinbürgerparadies bei Frankfurt, Georg seinen österreichischen Landgasthof, wo sie mit ihren neuen Familien leben. Im Flugzeug, auf Booten und auf Mopeds reisen sie durch Vietnam und Kambodscha den Hinweisen auf ihre Tochter hinterher. Die Hindernisse, die sich ihnen in den Weg stellen, stecken auch in ihnen selbst, in ihrer Vergangenheit, in der Unfähigkeit, sich der Gegenwart zu stellen. Doris Knecht erzählt von Entscheidungen, deren Gewicht nie geringer wird, vom Festhalten und Loslassen, vom Erwachsenwerden und davon, wie man über sich selbst hinauswächst; ein bisschen wenigstens.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.05.2019

Hubert Winkels fehlt die Reibung im neuen Roman von Doris Knecht. Die Geschichte um ein psychotisches Mädchen auf Südostasienreise, dem seine besorgten Eltern auf der Spur sind, erzählt ihm die Autorin zwar mit Tempo und Sinn für  Unterhaltsamkeit, mit kleinen, schnellen Abschweifungen und viel Zeitgenossenschaft, der so entstehenden Roadnovel (mit Moped) mangelt es laut Winkels aber an Irritation oder Fremdheit. Zufriedenheit scheint für ihn als Leser nicht das oberste Ziel zu sein.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 16.04.2019

Julia Schröder sieht schon die Verfilmung von Doris Knechts Roman fürs ZDF-Herzkino. Derart kitschig endet laut Rezensentin, was durchaus Potenzial hätte - die Geschichte vom Verschwinden einer jungen psychotischen Frau in Südostasien und der Suche der verzweifelten Eltern nach ihrer Tochter sowie die multiperspektivische Konstruktion des Textes. Dass Knecht ihre Figuren allzu ausgiebig und explizit über ihre Ängste und Sehnsüchte nachdenken lässt, schadet dem Text laut Schröder. Mehr Vertrauen in die szenische Darstellung hätte dem Buch gut getan, findet sie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2019

Erst einmal wird von Katharina Teutsch die Handlung dieses Romans recht ausführlich nacherzählt. Dabei betitelt sie die Autorin etwas herablassend als "Kolumnistin" oder "Gesellschaftsreporterin", und findet den Text zwar "schmissig" geschrieben, urteilt aber, er sei zu sehr an der "Kolportagezapfsäule" getankt und in seinen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft worden. Das eigentlich Interessante nämlich, so meint Teutsch, wäre es doch gewesen, auszuleuchten, was in einer Familie geschieht, in der das Kind zur "Black Box" geworden ist. So aber sei nur eine "ziemlich triviale Sozialstudie" dabei herausgekommen, für die ein verschwundenes Kind nur den Aufhänger habe geben müssen.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Ingo Schulze. Das Wasser im August - Roman. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2026.Ingo Schulze: Das Wasser im August
Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler nach Mecklenburg. Eine Landschaft mit weitem Horizont und Wolken, die tief über die Seen ziehen.…