Aus dem Serbischen von Elvira Veselinović und Mascha Dabić. In Serbien ist Dragan Aleksić eine bekannte Größe. Mit dem Erzählband Herrenfahrrad Partizan erscheint nun auch für ein deutschsprachiges Publikum das vierte Buch. Darin spielt der Autor Karussell mit Zeitebenen, Szenen sowie mit der Eindringlichkeit seines Handwerks. Die Eingangsgeschichte im heutigen Texas spielt wie auch spätere Sequenzen mit seiner Liebe zum Film und der Freundschaft zwischen Peter Handke und Wim Wenders. Es sind jedoch keine Preisträger, sondern einfache Menschen, denen Aleksić im Spektrum von 100 Jahren die Aufmerksamkeit schenkt. Vom gewöhnlichen US-amerikanischen Kneipenstammgast über Schachspieler im kriegsgeschüttelten Bela Crkva 1941 bis hin zu einer verstoßenen jungen Mutter im Jahre 1919.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.09.2020
Einigermaßen erschrocken berichtet Jörg Plath, dass sich der Autor in seinen früheren Büchern in Sachen Beschreibung von Glück offenbar "vollkommen verausgabt" habe. Denn die Menschen in diesen Geschichten werden beherrscht von großer Hoffnungs- und Trostlosigkeit, wie sie Armut und Alkoholismus hervorrufen. Sehr "kunstreich" sei das gemacht, findet der Kritiker, und die Härte des Allgemeinen kontrastiert umso stärker mit der Gestaltung einer manchmal zarteren menschlichen Begegnung. Aber neben der Düsternis bestehender Lebensverhältnisse - vor allem für Frauen und Kinder - finde nur sehr selten auch ein wenig "Leichtigkeit" ihren Platz.
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