In der Nacht vor Hitlers Ernennung zum Reichskanzler flieht Erich-Maria Remarque von Berlin ins Schweizer Exil am Lago Maggiore. Wenig später brennen seine Romane auf dem Scheiterhaufen der Nazis. Remarque stoßen die politischen Vorgänge in tiefe Ratlosigkeit, künstlerisch quält er sich seit Jahren mit einem neuen Roman herum. Seine Depression betäubt er mit Zigaretten und Alkohol, Ausschweifungen und erotischen Eskapaden, in die er sich mit seiner Exfrau Jutta stürzt. Auch sie auf der Flucht vor den Nazis, deren Hetze die Exilgemeinde in Ascona von Tag zu Tag vergrößert. Und noch immer tritt der Roman auf der Stelle, Hoffnung auf Erlösung liegt für ihn allein in der Begegnung mit der Frau seines Lebens, die sein schweizer Exil für immer beendet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.07.2021
Rezensent Helmut Mauro wird nicht so richtig froh mit Edgar Rais Roman über Erich Maria Remarque. Dessen Begegnung mit dem Dritten Reich, Flucht nach Ascona und Suche nach der Gefahr als Lebenselexier des Schriftstellers versucht der Autor laut Mauro einzufangen. Besonders gut gelingt ihm das nicht, findet der Rezensent. Zwar verarbeitet Rai sein Material zu einem meistenteils "souverän-leichtfüßigen Tatsachenroman", immer wieder aber wird der Text "platt und kleinlich", stellt Mauro fest, und die Psychologie verabschiedet sich. Was Remarque umgetrieben haben mag, sein Denken und Sehnen, vermag der Autor nicht wirklich einzufangen, findet der Rezensent.
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