Edward St. Aubyn

Ausweg

Roman
Cover: Ausweg
DuMont Verlag, Köln 2010
ISBN 9783832180805
Gebunden, 228 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren. Wie verbringt man seine verbleibende Zeit, wenn einem das Ende vor Augen steht? Mit dieser Frage sieht sich der erfolgreiche Drehbuchautor Charlie konfrontiert, als er erfährt, dass er nur noch sechs Monate zu leben hat. Er beschließt, sich in einem südfranzösischen Casino seiner gesamten Barschaft zu entledigen und ein Buch zu schreiben ausgerechnet über Bewusstsein und Tod. Im Casino trifft er die spielsüchtige Angelique, die ihm fortan als Muse dienen soll. Bei Edward St Aubyn werden letzte Fragen als umwerfend geistreiche Satire gestellt. Sein Erzählen vereint Gegensätze. Es ist ironisch und ehrlich. Traurig und heiter. Sarkastisch und sensibel. Man kann und will sich der obsessiven Selbstreflexion seines Helden Charlie nicht entziehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.01.2011

Eine einzige Enttäuschung stellt für Ulrich Rüdenauer Edward St. Aubyns jüngster auf Deutsch erschienener Roman dar. Der Autor lässt darin den erfolgreichen Drehbuchautor Charlie Fairburn angesichts seines prognostizierten baldigen Todes ein ambitioniertes Romanprojekt verfolgen und zeitgleich mit seiner Geliebten sein Vermögen im Spielcasino verschleudern. Nicht wenig gelitten hat der Rezensent offensichtlich in diesem Zusammenhang unter den allzu expliziten und "peinlichen" Schilderungen sexueller Ausschweifungen. Fairburn schreibt, erfahren wir dann, einen Roman über das menschliche Bewusstsein, und er lässt darin ehemalige Protagonisten aus St. Aubyns Werk philosophische, evolutionstheoretische oder theologische Debatten führen, die in den Augen Rüdenauers vor intellektueller Angeberei nur so strotzen. Dabei sind sie unerträglich verschwurbelt und verschwafelt, schimpft der Autor, der insbesondere so etwas wie Ernst und "echte Todesangst" vermisst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2010

Rezensent Christopher Schmidt zeigt sich eher enttäuscht von diesem im Original bereits vor zehn Jahren erschienenen "Nebenwerk" von Edward St Aubyn, obwohl er den Autor, seinen bösen Humor und seine "Pose des extravaganten Dandys" eigentlich schätzt. Doch in dieser Geschichte schafft er es nach Meinung des Rezensenten nicht, diese Stärken auszuspielen, obwohl Schmidt zwischendurch auch konstatiert, dass St Aubyn "pointensicher auf der Teerspur des schwarzen Humors" unterwegs ist. Doch die Thematik - der Protagonist erfährt, dass er nur noch kurz zu leben hat und versucht, daraus etwas Sinnhaftes zu basteln -bremst die Qualitäten des Autors aus: "Witz und Rasanz verlieren sich, je mehr das Sujet zur Kulisse erstarrt".
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