Elke Heidenreich

Dylan Thomas

Waliser, Dichter, Trinker
Cover: Dylan Thomas
Knesebeck Verlag, München 2011
ISBN 9783868732221
Gebunden, 164 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Mit Fotos von Tom Krausz. Mick Jagger, Paul McCartney, Bob Dylan, Richard Burton und Anthony Hopkins - sie alle verehren Dylan Thomas und sind von ihm beeinflusst. Aber wer war dieser weltberühmte Unbekannte? Elke Heidenreich schildert uns einen exzessiv und kompromisslos lebenden Dichter, der mit 39 Jahren als erfolgreicher Künstler und vom Alkohol zerstörter Mann starb, und erschließt uns sein lyrisches Werk, darunter das wohl bekannteste Hörspiel Unter dem Milchwald. Engagiert und mitreißend ist ihr mit biografischen Notizen und Texten von Zeitgenossen verflochtener Text. Die Fotografien von Tom Krausz eröffnen dem Betrachter die atmosphärisch dichte Stimmung der walisischen Heimat des Dichters, und es wird deutlich, dass ohne die Begegnung mit dieser schroffen Landschaft dessen wortgewaltige Kunst nicht zu begreifen ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2011

Tobias Döring nimmt seine Rezension dieses Dylan Thomas-Buches vor allem zum Anlass, das Ausnahmetalent des walisischen Dichters noch einmal in den höchsten Tönen zu preisen. Von "surrealistischer Sprachalchemie mit balladenhafter Wucht" schreibt Döring in Bezug auf Thomas? Gedichte, deren teilweisen Wiederabdruck in diesem Buch er sehr begrüßt. Weniger zufrieden scheint Döring mit Elke Heidenreichs Beitrag zu sein. Die von ihr geschilderten Eindrücke von der Reise durch Wales, die sie zusammen mit dem Fotografen Tom Krausz auf den Spuren Dylan Thomas' unternommen hat, würden nämlich "zum Glück" um Thomas' Lyrik ergänzt, wie sich der Kritiker ausdrückt. Die Grobkörnigkeit und Unschärfe der von Krausz beigesteuerten Fotografien schließlich interpretiert Döring als Versuch Krausz', die Schroffheit der walisischen Landschaft zu unterstreichen. Nach Auffassung des Rezensenten aber komme in den Aufnahmen eher das Gefühl der Fremdheit zum Ausdruck, das Thomas gegenüber seiner walisischen Heimat nie losgelassen habe.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.08.2011

Rezensent Michael Marek lässt kein gutes Haar an diesem Biografie-Bildband, dem es an Originalität und Aktualität gleichermaßen mangelt, wie er streng feststellt. Elke Heidenreich habe zwar zahlreiche Kommentare über den walisischen Kult-Dichter Dylan Thomas zusammengetragen, aber weder eigene Überlegungen beigesteuert noch selbst Interviews, etwa mit Thomas' Kindern, geführt. Und auch von den laut Marek beachtlichen Erkenntnissen der neueren Forschungsliteratur zeige sich der Band gänzlich unbeeindruckt. Schließlich beanstandet Marek auch noch die Druckqualität diverser Schwarz-Weiß-Fotos, während er einige Ansichten von Thomas' Lebensstationen als "veraltet" rügt. Ein "ausgekippter Zettelkasten" ohne substanziellen Mehrwert sei das Buch, urteilt der enttäuschte Kritiker.

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