Ernst Dronke

Berlin

Cover: Berlin
Die Andere Bibliothek, Berlin 2019
ISBN 9783847700210
Gebunden, 416 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Illustriert mit historischen Aufnahmen, Porträts, Stadtansichten und Karikaturen aus der Vormärz-Publizistik. Mit Ernst Dronke schauen wir auf Berlin - und zugleich auf eine ganze Epoche der Krise, auf das Europa im Vormärz kurz vor der Revolution von 1848/49. Als Journalist und "Junghegelianer" in den 1840er-Jahren hat sich der Koblenzer Gelehrtensohn mitten hineingeworfen in die Widersprüche und Spannungen einer Metropole zwischen preußischem Militarismus und Berliner Schnauze, zwischen einem allgegenwärtigen Beamten- und Polizeiapparat und dem Elend ganzer Bevölkerungsschichten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.04.2020

Der Schauspieler, Regisseur und Autor Hanns Zischler ahnt das "zwittrige" Berlin, das Labor kommender Konflikte mit Ernst Dronkes Reportage von 1846. Wie den Eintritt in ein Drama erlebt der kommunistische Autor laut Zischler die Stadt und beschreibt ihr Unterbewusstsein, polizeiliche Willkür, das Spitzelwesen, ihre Topografie und das Treiben der Handwerker und Grisetten auf eine Weise, die den Rezensenten an Balzac denken lässt. Berlin zeigt sich hier unverkennbar: "Die Stadt jauchzt bacchantisch und stürzt zuletzt taumelnd und ermattet in sich zusammen", zitiert der Rezensent aus dem Buch. Für Zischler eröffnet sich nicht zuletzt durch die im Buch abgedruckten Grafiken und Karikaturen ein drastisch anschaulicher Blick auf Berlin an der "Schwelle zur Industrialisierung".

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 20.12.2019

Enno Stahl begrüßt die aufwendig gestaltete und um Illustrationen bereicherte Edition des Reportagebandes von Ernst Dronke. Das erstmals 1846 veröffentlichte Buch scheint ihm zu veranschaulichen, dass sich aus Geschichte lernen lässt. Die vielen Bezüge zur Gegenwart in den Vignetten zum Berliner Alltag und Mentalität sowie in Dronkes unmissverständlicher, mit Statistik und Recherchematerial gestützter Kritik am Preußenstaat und der preußischen Hegemonie mit ihrer Zensur leuchten Stahl unmittelbar ein. Zu entdecken ist ein Autor des Vormärz mit "radikalsozialistischer Tendenz", meint er.

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