Auch 50 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz, Buchenwald und Dachau fällt es schwer, die Bilder anzuschauen. Unfassbar, was Menschen Menschen angetan haben. Guido Knopp und andere Historiker seiner Generation haben den "Holokaust" keineswegs ad acta gelegt. Jahrelange Forschungen und Recherchen, neu entdeckte Filmaufnahmen, nie gehörte Tondokumente und Prominente wie unbekannte Zeitzeugen fügen sich zu einem eindringlichen Bild zusammen. Fragen - die, wenngleich immer wieder gestellt - bis heute unbeantwortet bleiben, stellen Knopp und sein Filmregisseur Maurice Philip Remy in neue Zusammenhänge. Wie funktionierte das System des Massenmordes? Wer trug Verantwortung? Warum schauten viele weg? Auf der Basis der ZDF-Serie ist eine Dokumentation entstanden, die Simon Wiesenthal als "das Vermächtnis von Millionen Opfern" bezeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.10.2000
Dem kleinen k in Holokaust widmet Joachim Käppner gleich eine kleine Satire, denn sie ist als "machtvolle Geste gegen rechte Propaganda" gemeint. So hat der Beirat zur sechsteiligen Sendung Holokaust, dessen Begleitbuch dies ist, beschlossen, das englische c in Holocaust sei "zu distanzierend". Wer sich deutsch=schuldig bekennt, bekennt sich also zum k. Ansonsten ist wenig neu, schreibt Käppner, in diesem Buch, das die bekannten Fakten aufzählt. Bemerkenswert ist jedoch seine "Verständlichkeit": eine Geschichtsschreibung in der "guten Tradition der angelsächsischen Schule", lobt der Rezensent. Bedenklich dagegen findet er, dass der "Generalplan Ost" als Blaupause für den Holocaust vorgestellt wird. Und die Darstellung wird ebenfalls geschwächt, meint Käppner, durch das "filmtypische Vertrauen" in mündliche Überlieferung. So dürfen ehemalige Wehrmachtssoldaten von ihrer Ahnungslosigkeit reden, ohne dass ernsthaft Klarheit geschaffen wird. Nur vage "Allgemeinplätze" reichen hier nicht, schimpft der Rezensent, und schließt mit der Bemerkung, dass das Buch in Bezug auf die Wehrmacht keine Aufklärung liefert.
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