Mit zahlreichen Abbildungen. Nur wenige Künstler in der Geschichte der Kunst haben sich so explizit in den Mittelpunkt ihrer Werke gestellt wie Jörg Immendorff. Der "Cafe Deutschland"-Maler und Porträtist von Bundeskanzler Schröder hat sein bizarres Leben, wie auch sein langes Sterben, öffentlich zelebriert wie wohl kein anderer deutscher Künstler. Ein Bildband, erstellt von seinem langjährigen Vertrauten und Projektpartner HP Riegel, zeigt jetzt, wie Immendorff zum "Medien-Künstler" avancierte. Die in großen Teilen bislang unveröffentlichten Fotografien, Dokumente und Texte gewähren einen Blick hinter die Kulissen von Leben und Werk der Kunstmaschinerie Jörg Immendorff.
Liest sich ein bisschen wie posthume Rache. Als Künstler sei Immendorff mittelmäßig, als Mensch eine Kanaille gewesen, so ungefähr lässt sich laut Rezensent Sven Behrisch die Moral dieser Biografie zusammenfassen. Fragt sich nur noch, warum Hans-Peter Riegel das Buch überhaupt geschrieben hat, ach so: weil er mal Immendorffs Assistent war, dann muss er sich ja auskennen. Behrisch zeichnet zunächst nicht ohne Lust am Weitertratschen einige der Stationen von Immendorffs Lebensweg nach und sagt dann über Riegel: "Hoch auf seinem Mähdrescher hält er .. Kurs auf Anekdoten über Koks und den Kanzler". Am Ende fällt Behrischs Urteil über Riegels Buch recht vernichtend aus - bis dahin liest sich seine Kritik aber, als würde man in dem Buch eine Menge Klatsch über den Kunstbetrieb der Bundesrepublik erfahren.
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