Wie Frauen Geschichte schrieben und wieder ausradiert wurden. Eine Warnung
Piper Verlag, München 2026
ISBN
9783492073998 Gebunden, 336 Seiten, 24
EUR
Klappentext
Männer in goldprotzenden Amtszimmern und panzergleichen Autos, Gesetze zur Einschränkung von Frauenrechten, Manfluencer und wachsender Frauenhass - weltweit ist eine bestimmte Art männlicher Breitbeinigkeit wieder unverkennbar auf dem Vormarsch. Die Gleichberechtigung steht unter massivem Druck, und es droht ein Backlash. Dieses Muster ist nicht neu: Immer wieder trieben Frauen Veränderungen voran, nur um anschließend mundtot gemacht und aus der Geschichte herausgeschrieben zu werden. Von frühen Christinnen über französische Revolutionärinnen bis zu den mutigen Iranerinnern, die heute auf die Straße gehen, erzählt Heike Specht von der Kraft weiblicher Ideen und Taten, die die Welt veränderten. Sie macht Ausgelöschtes sichtbar und entlarvt das Märchen von der "natürlichen" Ungleichheit. Wir stehen an einem Kipppunkt - die Geschichte darf sich nicht noch einmal wiederholen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 14.08.2026
Kein feministischer Fortschritt ist jemals endgültig, jedes Recht und jede erkämpfte Freiheit kann uns wieder genommen werden. Das ist Heike Spechts dringlichste Botschaft, erklärt Rezensentin Susanne Billig. Und sie überzeugt. In ihrem Buch lässt die Historikern die letzten 3000 Jahre Revue passieren, um auf anschauliche und leicht verständliche Weise ein Muster aufzuzeigen, das sich durch die Geschichte zieht - von den frühen monotheistischen Kulturen über verschiedenste Revolutionen bis in die Gegenwart: Frauen erkämpfen Freiheiten für sich und andere, doch sobald eine neue Ordnung entsteht, sobald die Macht neu aufgeteilt wird, setzt der "patriarchale Reflex" ein. Die Effekte eben jenes Reflexes erkennt die Autorin auch in der Gegenwart, lesen wir. Doch wir können aus der Vergangenheit lernen, glaubt Specht: Netzwerke knüpfen, Allianzen bilden, in die Machtzentren streben - dies sind einige der konkreten Lehren, die die Autorin aus der Geschichte zieht und in ihrem engagierten Buch auch zu vermitteln weiß, so die Rezensentin.
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