Henning Trüper

Unsterbliche Werte

Über Historizität und Historisierung
Cover: Unsterbliche Werte
Wallstein Verlag, Göttingen 2024
ISBN 9783835357303
Gebunden, 363 Seiten, 44,00 EUR

Klappentext

Eine neue Erschließung des Zusammenhangs von Geschichtlichkeit, Moral und Wert. Was soll es bedeuten, dass etwas geschichtlich ist und nicht nur vergangen? Diese nur scheinbar harmlose Frage führt in ein Labyrinth verschiedener Antworten. Hier tut sich eine oft behauptete und ebenso oft bestrittene Beziehung von Geschichtlichkeit und Unsterblichkeit als Leitlinie auf. Im 18. und 19. Jahrhundert entsteht auf eher zufällige Weise eine Ideenkonstellation, in der die Unsterblichkeit der menschlichen Gattung und der einzelnen menschlichen Seele gegeneinander ausgespielt, kombiniert oder auch gemeinsam abgewiesen werden. Erschließbar durch Lektüren geschichtsphilosophischer Beiträge von Leibniz, Nietzsche, Benjamin und anderen, scheint sich für das 20. Jahrhundert zunächst abzuzeichnen, dass die Verschränkung von (Un-)Sterblichkeitsbehauptungen verschwunden ist. Doch tatsächlich hat sie sich vor allem verwandelt und verlagert. Insbesondere zeigt sich im modernen Verständnis von Normen als in die Unsterblichkeit überführten Werten ein unterschwelliger Fortbestand der älteren Konstellation. Die Studie erarbeitet eine neuartige Konzeption von Historizität, Historisierung und deren Zusammenhängen in kulturellen Erscheinungen wie der Totenfürsorge, des Humanitarismus und der Lebensrettung. Damit lassen sich zeitgenössische Welt- und Krisendeutungen bis hin zu derjenigen des Anthropozäns neu erklären.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2025

Rezensent Achim Landwehr bedauert, dass Henning Trüper in seinem Buch über die Unterscheidung von Historizität und Historisierung allzu sehr dem hermetischen Jargon der Geschichtsphilosophie huldigt. Damit könnte er Leser vergraulen, befürchtet der Rezensent, die eigentlich gern die teils in Mikroessays gefassten, laut Landwehr sogar witzigen Einlassungen des Autors zu geschichtsphilosophischen Nebenschauplätzen wie Sterben und Unsterblichkeit, Werte und Moral lesen würden. Auf jeden Fall erfordert die Lektüre Geduld, rät Landwehr. Wer dem Autor allerdings bei der mitunter etwas spröden geschichtsphilosophischen Arbeit zuschauen möchte, der kann das hier tun, so der Rezensent.

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