John Le Carre

Federball

Roman
Cover: Federball
Ullstein Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783550200540
Gebunden, 352 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Peter Torberg. Nat hat seine besten Jahre als Spion hinter sich. Gerade ist er nach London zu seiner Frau zurückgekehrt, da wird ihm ein letzter Auftrag erteilt, denn Moskau wird zunehmend zu einer Bedrohung. Zur Erholung spielt Nat Badminton, seit Neuestem gegen Ed, einen jungen Mann, der den Brexit hasst, Trump hasst, auch seine Arbeit in einer seelenlos gewordenen Medienagentur. Ausgerechnet Ed fordert Nat auch außerhalb des Spielfelds heraus und zwingt ihn, seine Haltung gegenüber dem eigenen Land in Frage zu stellen. Und eine Entscheidung zu treffen, die für alle Konsequenzen hat.

Im Perlentaucher: Weitere Angaben

In "Federball" sind die politischen Fronten klar. In diesem Match werden Europa und seine sozialdemokratischen Institutionen verteidigt gegen eine transatlantische Allianz aus Geheimdiensten, reaktionären Politstrategen und Oligarchen. Nicht gerade mit Geduld, aber mit List und Tempo. Der leichte Tonfall und die federnde Eleganz des Romans stehen in einem fantastischen Kontrast zur Härte und Abgründigkeit der Auseinandersetzung. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 26.10.2019

Eigentlich hatte der inzwischen 88-jährige John le Carré mit dem Romanschreiben aufhören wollen. Mit dem Ende des Kalten Krieges waren seine Romane eh etwas nostalgisch geworden, meint Rezensent Ulrich Noller. Aber der Brexit und Russlands außenpolitisches Wiedererstarken haben ihn dann doch noch einmal inspiriert. Und siehe da: Le Carré zeigt sich auf der Höhe seiner Kunst, freut sich der Rezensent. Die Story um einen Oligarchen und einen mutmaßlichen Spion in höchsten Geheimdienstkreisen hat jede Menge doppelte Böden und wird vom Autor "mit souverän-ironischer Eleganz" serviert, lobt Noller. Und nostalgisch sei in diesem "engagierten" Spionageroman auch nichts: Le Carré zeigt sich als überzeugter Europäer, und das überzeugt wiederum den Rezensenten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.10.2019

Sylvia Staude schätzt an John le Carré die unaufgeregte Art moralische Fragen zu wälzen. Der Leser darf keine Action erwarten, baut Staude etwaigen Erwartungen vor, dafür aber taktische Gespräche von der Leichtigkeit eines Federballspiels. Geschmeidig wie guter Whisky geht der Rezensentin die lebensnah und plausibel erzählte Geschichte um einen Ex-Nachrichtendienstler runter, die sich steigert, obwohl eigentlich kaum etwas passiert. Die Figuren erscheinen Staude wie immer bei diesem Autor wie aus dem richtigen Leben.

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