Wirtschaftskriminologie I:
Dieses Werk behandelt die Kriminalität der Wirtschaftsgesellschaft und beschränkt sich nicht auf die typischen Wirtschaftsstraftaten, sondern nimmt auch die verbreiteten Kriminalitätsformen der bürgerlichen Mitte in den Blick, Bagatelldelikte wie Ladendiebstahl und "Schwarzfahren", aber auch gravierendere Delikte wie Versicherungsbetrug, Kreditbetrug, Urheberrechtsverletzungen, Korruption oder Steuerhinterziehung. Es handelt sich vielfach um Formen einer Jedermannskriminalität, die mit der Berufs- und Unternehmenskriminalität zahlreiche Gemeinsamkeiten aufweist.
Aber woher kommt diese Gier der Wohlstandkriminalität? Ist die moderne Marktwirtschaft nur Treiber oder trägt sie auch zur Prävention bei?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2017
Jochen Zenthöfer hält das erste deutschsprachige Lehrbuch der Wirtschaftskriminologie in Händen. Neben theoretischen Erklärungen offeriert ihm der Autor Kai-D. Bussmann Beispiele aus der Praxis, denkt über Sinn und Zweck von Schildern, die vor Ladendiebstahl warnen, und der sozialintegrativen Rolle von Delikten wie Produktpiraterie nach. Bussmanns Thesen überzeugen Zenthöfer allerdings nicht immer, da der Autor oft mit Bauchgefühl statt mit Empirie vorgeht. Vermisst hat der Rezensent im Buch eine Auseinandersetzung mit der Kriminalität von Ausländern und Flüchtlingen. Wichtig, schon um gewissen Mythen entgegenzuwirken, meint Zenthöfer.
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