Frühjahr 2018: In Duisburg erschießt sich ein Mann am frühen Morgen, in London wird ein anderer von einem geheimnisvollen Wagen totgefahren, auf Capri sprechen alle von Mord, doch am Tatort ist weder ein Körper noch Blut zu finden. Das kann kein Zufall sein, weiß auch die Frankfurter Polizistin Vera Berg, die um ihren verstorbenen Mann Zaid trauert und nach Capri reist, um nach Antworten zu suchen. Was hat er vor ihr verheimlicht? Ist Erik, der langjährige Freund und Kollege ihres Mannes, doch nicht in seiner Villa ermordet worden? Und wenn nicht, wo ist er? Und wo ist ihre Tochter, die nach dem Tod ihres Vaters einfach verschwunden ist? Zaid, Freddy und Erik sind Studienfreunde, die das große Geld machen wollten und deren Aktiengeschäfte sich in der allzu beliebten Grauzone bewegen - bis eine Staatsanwältin auf sie aufmerksam wird und alles aus dem Ruder läuft.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 08.06.2026
Rezensent Kolja Mensing feiert Oliver Bottinis Roman als wichtigsten Krimi des Jahres. Wie der Autor die komplexen Machenschaften um Cum-Ex in einen spannenden Crime verpackt, findet Mensing raffiniert. Im Text aber geht es vor allem um die Psychologie der Selbsttäuschung bei den Tätern oder wie das Kriminelle hoffähig gemacht wird. Retrospektiv wird im Roman dazu der Selbstmord eines aus Syrien stammenden, im Ruhrpott aufgewachsenen Bauingenieurs aufgerollt, der in den Investmenthandel eingestiegen war. Für Mensing ein Buch, als hätte Balzac den Finanzkapitalismus unserer Zeit aufs Korn genommen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2026
Rezensentin Maria Wiesner staunt, dass es Oliver Bottini gelingt, ein komplexes Finanzthema wie den Cum-Ex-Steuerbetrug in einen packenden Thriller zu integrieren. Auch wenn es theorielastige Dialoge gibt, in denen die Cum-Ex -Taktik erklärt wird, schmälert das die Spannung nicht, versichert Wiesner. Drumherum baut Bottini eine klassische Krimistruktur mit drei Toten Freunden und Ermittlern die den Fall zu rekonstruieren versuchen. Dass die Ermittlungen tief in die Biografie der Toten abtauchen und das Frankfurter Bankenmilieu ebenso wie die Migrationsthematik aufgreifen, findet Wiesner bereichernd.
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