Erfährt der Mensch ein Update, wie es der Prothetiker Hugh Herr mit seiner Formel von den "Humans 2.0" prophezeit? Die Diskussion um die Hightech-Prothesen eines Oscar Pistorius oder um Aufsehen erregende körpernahe Medien wie die Google-Brille zeigen einen Wandel der Ideen von Körperlichkeit: Verbessernde Eingriffe in und um den Körper werden nicht länger als notwendige Kompensation von Defiziten begriffen, sondern als wünschenswerte Optimierung und Steigerung. Werden Körper "machbar"? Karin Harrasser situiert diese aktuellen Diskurse und Praktiken des Körpers und entwirft einen anderen Blick auf sie. Wie lässt sich über Technologien, Medien und Körper aus der Perspektive von teilsouveränem Handeln und Parahumanität sprechen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2013
Markus Huber scheint beruhigt darüber zu sein, dass die Autorin dieser Studie über die technische Erweiterbarkeit des Menschen, die österreichische Kulturwissenschaftlerin Karin Harrasser, auf eine das Risiko der Unfreiheit erkennende Teilsouveränität setzt und dem Homo technologicus einen hoffnungsverheißenden Weg weist. Wenn die Autorin die Datenbrille, den Fall Pistorius und anderes "Material" auswertet, um darzulegen, wie Technik und Natur immer neue Symbiosen bilden, rechnet ihr Huber an, dass sie nicht beim Anekdotischen verharrt, sondern sich mit Oswald Wiener und Peter Sloterdijk, mit Kybernetik und Anthropotechnik auseinandersetzt und zwischen Technoskepsis und neokapitalistischer Ausschlachtung der Möglichkeiten nach einem Mittelweg sucht.
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