Mit 28 Schwarzweiß- 20 Farbabbildungen. Der Psychiater Moritz Tramer (1882-1963) war ein Pionier der Kinderpsychiatrie. Das neue Fachgebiet rückte Kinder erstmals insZentrum wissenschaftlichen Interesses. 1934 gründete Tramer die "Zeitschrift für Kinderpsychiatrie", deren Chefredaktor er bis 1963 blieb. Sie wurde in den Kriegsjahren ein Ort internationaler Vernetzung, der auch jüdischen Forscher:innen im Exil eine Plattform bot.Trotz ihrer pionierhaften Leistung erfuhren Moritz Tramer und seine Frau, die Psychologin und Pazifistin Franziska Baumgarten, nicht die erwünschte Anerkennung und sind bis heute erstaunlich unbekannt. Beide waren jüdisch und für ihr Studium aus Osteuropa nach Zürich gekommen. Kinderpsychiatrie war ein neues und kontroverses Feld, das Eltern und Schule mit einbezog, aber auch in Familienstrukturen eingriff.Ausgehend von Überlegungen zur "Volksgesundheit" engagierte sich Tramer in eugenischer Propaganda. 1937 gründete er aus der Überzeugung, dass Kinder nicht in die Erwachsenenpsychiatrie gehörten, die Kinderbeobachtungsstation "Gotthelfhaus" in Biberist, die internationale Beachtung fand. Die von Tramer gegründete "Zeitschrift für Kinderpsychiatrie" war interdisziplinär; es wurden auch Beiträge aus der Psychologie, Psychoanalyse, Psychohygiene und (Heil-)Pädagogik abgedruckt. Eine besondere Bedeutung kam den Kinderzeichnungen zu, die als eine Sprache verstanden wurden, die Kindern zur Verfügung stand, und zugleich als ein Schema, nach dem sie taxiert werden konnten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2026
Rezensent Urs Hafner lernt mit dem von Katrin Luchsinger und Stefanie Mahrer herausgegebenen bebilderten Sammelband das Leben und Wirken des Kinderpsychiaters Moritz Tramer und seiner Frau Franziska Baumgarten kennen. Dass Tramer um 1930 Mitbegründer seiner Zunft war und wie er als polnischer Jude zeitlebens um Anerkennung kämpfte, beschreiben die Beiträge im Band laut Hafner eindringlich. Wichtig findet Hafner, dass Tramers ambivalente Haltung zur Eugenik und sein Eintreten für erbbiologisch motivierte Sterilisationen im Band nicht verschwiegen werden.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Ingo Schulze: Das Wasser im August Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler nach Mecklenburg. Eine Landschaft mit weitem Horizont und Wolken, die tief über die Seen ziehen.…