Mit dieser Biografie des "Gründervaters" der Europäischen Union bringt der Aachener Historiker Klaus Schwabe dem Leser das gedankliche Konzept und den geschichtlichen Hintergrund von Monnets politischer Leistung beim Aufbau eines vereinten Europas nahe. Die Darstellung, die aus der internationalen Literatur und archivalischen Quellen schöpft, besitzt ihren Schwerpunkt in den drei ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, als Monnet, beim Schuman-Plan beginnend, seine Vorstellung von "Vereinigten Staaten von Europa" zu verwirklichen suchte. Ein besonderes Augenmerk des Autors gilt dem Deutschlandproblem und den deutsch-französischen Beziehungen als Anstoß für Monnets Europapolitik, daneben aber auch seiner Vorstellung von transatlantischer Partnerschaft zwischen Europa und den Vereinigten Staaten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2017
Günther Nonnenmacher wünscht sich einen neuen Jean Monnet als Kapitän auf den Dampfer EU. Mit der Lektüre von Klaus Schwabes politischer Biografie über den großen Europäer und internationalen Finanzmanager erkennt er, dass Monnet kein Theoretiker war und lernt den europäischen Einigungsprozess aus der Perspektive des ehemaligen Resistance-Mannes kennen. Diese erste politische Biografie zu Monnet in deutscher Sprache überzeugt Nonnenmacher durch die Verarbeitung internationaler Sekundärliteratur. Dass der Aachener Historiker Schwabe Monnets durchaus interessantes Privatleben weitgehend ausspart, findet der Rezensent geradezu schade.
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