Immanuel Kant (1724 - 1804) war ein Titan der Geisteswelt. Sein Leben freilich gilt als wenig ereignisreich, sein Werk als schwer verständlich. Rechtzeitig zum 200. Todesjahr des großen Philosophen erscheint nun die faszinierende Gesamtdarstellung eines Denkers, der sich rückhaltlos einer undogmatischen, kritischen Philosophie verschrieb. Manfred Geier verbindet die Lebensgeschichte dieses weltweisen und menschenklugen Philosophen mit dessen wichtigsten Werken, die einen Höhepunkt in der Geschichte des modernen Denkens und Handelns bilden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.11.2003
Christine Pries findet Manfred Geiers "glänzend geschriebenes Buch" über Immanuel Kant rundum gelungen. Von den drei neuen Biografien Kants, die anlässlich seines 200. Todestags am 12. Februar 2004 erschienen sind, vermittelt Geiers Biografie ihres Erachtens das "lebendigste Bild" des Königsberger Philosophen. Geier sehe in den Motiven des "bestirnten Himmels über mir und des moralischen Gesetztes in mir" (Kant) das Movens von Kants Leben und Werk. Aus dieser "ungewöhnlichen Perspektive" rekonstruiere er dessen theoretische und praktische Philosophie sowie die geschichtsphilosophischen Schriften. Dabei demonstriere Geier mit seinem "Blick aus der Gegenwart" die ungebrochene Aktualität Kants. Besonders gefallen hat Pries der Enthusiasmus, mit dem Geier bei der Sache ist, und der auf den Leser überspringe. So glaubt man, "den großen Unbekannten förmlich vor sich zu sehen", versichert die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.10.2003
Im Vorfeld von Kants zweihundertstem Todestag im kommenden Februar sind nun gleich drei Kant-Biografien mit einem jeweils eigenen Schwerpunkt erschienen, die Rezensentin Sonja Asal allesamt überzeugt haben. Einen "außergewöhnlichen Glücksfall" sieht sie dabei darin, dass alle drei Biographien durch ihre plastische Darstellung der "spröden Materie der Kantischen Philosophie" glänzen. Dabei lobt sie Manfred Geiers Kant-Biografie sowohl im Blick auf die Verbindung von Leben und Werk, als auch in Bezug auf die Entwicklung der Werke selbst für ihre Geschlossenheit: sein Kant sei "aus einem Guss". Das zeigt sich ihres Erachtens etwa bei Geiers Interpretation von Kants Kritik an dem schwedischen Theosophen Swedenborg. Während der Kant-Biograf Manfred Kühn diesem Thema knappe fünf Seiten widme, deute Geier die "Träume eines Geistersehers" als eine "entscheidende Etappe auf Kants unübersichtlichem Weg zur Klärung der eigenen Position".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2003
Den Titel findet Ursula Pia Jauch "vielleicht nicht sehr glücklich", die Biografie aber schätzt sie vor allem wegen der "ruhigen Art", in der Manfred Geier sich seinem Untersuchungssubjekt nähere. Geiers größter Verdienst bestehe darin, das Besondere des Kant'schen Denkens in eine gegenwärtige Sprache zu übersetzen, ohne dabei unnötig zu simplifizieren. "Behutsam" gehe der Autor mit lebensweltlichen Daten aus dem Gelehrtenleben um, vielmehr versuche er zu vermitteln, wie ähnlich sich doch viele Probleme des 18. und 21. Jahrhunderts sind. Dabei trenne der Autor den Geist Kants nicht von dessen leiblichem Dasein ab, sondern stelle Leben und Denken in einen plausiblen Zusammenhang. Eine "in ihrer ruhigen Art geglückte Monografie", urteilt Jauch.
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