Vor einem Jahr sah es noch so aus, als ob der Zeitgeist grün wäre. Eine missglückte Jamaika-Koalition, eine unangenehme Abstimmung über Stuttgart 21 und einige unglücklich verlaufende Landtagswahlen später ist das Bild widersprüchlicher. Wohin geht es mit einer Partei, deren Stammwähler, meist staatlich besoldete Besserverdiener, langsam ins Rentenalter kommen, und die gegen die Piraten auch sonst ziemlich alt aussieht?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2013
Ganz so schlimm, wie der Meinungsforscher Manfred Güllner es ausmalt, sieht Wolfgang Jäger die Lage dann doch nicht. Eine die Volksparteien aufweichende, demokratiegefährdende "grüne Diktatur" kann er beim besten Willen nicht erkennen. Laut Jäger integrieren sich die Grünen inzwischen recht gut in die repräsentative Demokratie. Das Buch liest er dementsprechend als nicht gerade umsichtig mit Literatur zur Demokratieforschung umgehende Polemik, mit der Güllner an den Grenzen des Seriösen entlangschrammt.
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