Muhammad Ali wird heute zumeist als charismatischer Ex-Champion beschrieben, der sich unvergessliche Boxkämpfe geliefert hat und "im gleichen Atemzuge gegen gesellschaftliche Probleme wie Rassismus und Vietnamkrieg ins Feld gezogen ist" (Munzinger Archiv). Aber dieses Bild ist falsch: Ali war kein Martin-Luther-King-in-Boxhandschuhen. Jodl zeichnet in seinem Buch den Lebensweg von Muhammad Ali von der Kindheit in Louisville bis heute nach und setzt sich dabei kritisch mit der Ali-Legende auseinander. Sichtbar wird ein Mensch, der ein großartiger Boxer und wunderbarer Showman war, aber auch ein Narzisst, Provokateur, Rassist, Opportunist und Chauvinist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.12.2002
Nichts Gutes weiß der Rezensent mit dem Kürzel "Ack" über das Buch des 1966 geborenen Markus Jodl zu berichten. Der hat sich nämlich vorgenommen, die Ikone Muhammad Ali, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag beging, gründlich zu demontieren. Dafür habe der Autor, ärgert sich der Rezensent, auf die Referenz von bekanntermaßen polemischen Ali-Feinden wie Ronald Reagan oder den New Yorker "Star-Kolumnisten" Jimmy Cannon zurückgegriffen und beziehe sein harsches Urteil über den Querulanten Ali auf Aussagen von "Kommunistenfressern" und "Rassisten". Letztlich ließe sich so, meint "Ack", der Eindruck nicht vermeiden, dass hier ein ganz "Kleiner den Schatten einer überlebensgroßen Figur" angepinkelt habe.
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