Martin Meyer

Gerade gestern

Vom allmählichen Verschwinden des Gewohnten
Cover: Gerade gestern
Carl Hanser Verlag, München 2018
ISBN 9783446258433
Gebunden, 320 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Plötzlich ist da etwas verschwunden: Ein Automodell, das über viele Jahre das Bild der Städte bestimmte. Eine Frisur, die Frauen begehrenswert machte. Die Kleinanzeige, die dem einsamen Mann helfen sollte, gerade diese Frau zu finden. Auch Filme, Redewendungen, Umgangsformen, die noch vor wenigen Jahrzehnten zum Alltag gehörten: verschwunden. Und niemand kann sagen, wann. In wunderbaren Prosastücken erinnert Martin Meyer daran, was den Alltag vor zehn, zwanzig oder dreißig Jahren ausmachte. Und er regt dazu an, die eigenen Erinnerungen zu überprüfen: Wie hat sich die Welt verändert, wie hat man sich selbst verändert? Eine kleine Kulturgeschichte des Verschwindens.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2018

Oliver Jungen wiegt die erhellenden philosophischen Anteile in Martin Meyers essayistischem Blick zurück auf das 20. Jahrhundert ab gegen die "knarzende Klage" des Nihilismus im Buch. Wenn Meyer sich recht gegenwartskritisch mit dem Fortschritt befasst und etwa ein Reflexions-Manko als Epochensignatur konstatiert, kann Jungen nicht immer zustimmen. Meyers phänomenologischen, mit eigenen Erfahrungen garnierten Reflexionen über Barbie-Puppe und Hula-Hoop-Manie findet er jedoch allemal kurzweilig.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.03.2018

Rene Scheu fühlt sich zu einem kulturkritischen Rundumschlag inspiriert durch die Lektüre von Martin Meyers Feuilletons. Was der ehemalige Feuilletonleiter der NZZ hier lakonisch feststellt über das Verschwinden der Sonntage und der Dauerwelle, ist für Scheu auch Sprachkritik, Liberalismusbekenntnis und Liebeserklärung an die Schweiz. Was so leicht daherkommt, von vorn wie von hinten zu lesen ist, hat es philosophisch faustdick hinter den Ohren, ahnt Scheu.

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Maxim Biller. Schwarze Samstage - Roman eines Jahres. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Maxim Biller: Schwarze Samstage
Eigentlich dachte Ari, der Ich-Erzähler von Maxim Billers neuem Roman, Ende der siebziger Jahre sei das Schlimmste vorbei gewesen: Nach ihrer Flucht aus der kommunistischen…