Aus dem Französischen von Andrea Spingler. Plötzlich ist Paul Anderen mit seinem neunjährigen Sohn und der siebenjährigen Tochter allein - von seiner Frau fehlt jede Spur. Die kleine Familie ist erschüttert und ratlos. Irgendwann ziehen die drei aus der Stadt an die bretonische Küste, wo Paul aufgewachsen ist und wo er Arbeit in der Fahrschule seines Bruders findet. In der rauen, sturmgepeitschten Landschaft versuchen sie, ein neues Leben zu beginnen. Doch in ihrem Schwanken zwischen Hoffnung und Verzweiflung kommen sie zu keiner dauerhaften Ruhe. Und eines Tages zeigt sich, was wirklich hinter dem rätselhaften Verschwinden ihrer Frau und Mutter steckt ... "Gegenwinde" erzählt von kleinen und großen Menschen, die sich in einem schweren Ausnahmezustand einrichten müssen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.07.2011
Rezensent Christopher Schröder hat an Olivier Adams Roman "Gegenwinde" nichts gefunden, was ihn zu Lob anregen könnte. Erzählt wird die Geschichte einer Familie aus Sicht eines verzweifelten Schriftstellers, dessen Frau vor einem Jahr verschwunden ist und der nun mit seinen Kindern in den bretonischen Küstenort zieht, in dem er aufgewachsen ist, erfahren wir. Der Rezensent leidet vor allem unter pathetischen und schwülstigen Formulierungen und missglückten Metaphern, wovon er in seiner Kritik mehrere Kostproben bietet. Insbesondere die fortwährende Spiegelung des Innenlebens seines Helden in der Natur sind ihm Anlass zu Spott und Kritik. Daneben geht ihm die larmoyante Schmerzensgestalt des Ich-Erzählers gewaltig auf die Nerven. Wenn dann am Ende das Rätsel um das Verschwinden der Frau in platter Krimimanier gelöst wird, sieht Schröder auch noch den letzten Reiz dieses Buches, der in seinen Augen im Schwanken zwischen Hoffen und Bangen der Protagonisten bestand, zerstört.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.06.2011
Steffen Richter fängt seine Kritik zunächst in ganz interessiertem Ton an, aber er landet bei einem vernichtenden Urteil: "Sprachlicher Edelkitsch". Und "literarisch ist er entbehrlich". Das Thema hätte Richter dabei durchaus interessiert: Der Roman beschreibt das Verschwinden erst der Frau des Protagonisten, dann anderer Figuren des Romans, und da das Sterben geliebter Personen auch ein Verschwinden ist, hebt er das Thema auch auf eine allgemein nachvollziehbare Ebene. Naja, und dann wird's erotisch, melancholisch und klischeehaft. Schade.
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