"Wenn einer singt, bestimmt er; wenn mehr als einer singt, bestimme ich" - Herbert von Karajan
Die gesammelte Aufmerksamkeit gilt ihm, doch bleibt er stumm; er nimmt den meisten Beifall entgegen und hat nur "Luft sortiert"; er meldet schöpferische Ansprüche an, aber er produziert keinen einzigen Ton unmittelbar: Der Dirigent ist der vielumjubelte und ebenso der umstrittene Repräsentant des Musiklebens. Mahler, Furtwängler oder Karajan sind gleichermaßen Gegenstand von Heldenverehrung wie des Schamanentums verdächtig oder Opfer der Unsicherheit musikalischer Wertungen.
Peter Gülke, Dirigent, Musikwissenschaftler und Musikschriftsteller, entwirft Portäts aus dem Inneren der Orchesterarbeit; das Spektrum reicht von Hans von Bülow über Richard Strauss, Gustav Mahler, Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan, Carlos Kleiber bis zu dem kürzlich verstorbenen Nikolaus Harnoncourt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.08.2017
Wolfgang Schreiber lässt sich vom Dirigenten und Musikwissenschaftller Peter Gülke über berühmte Kapellmeister aufklären, ihre musikalische, historische wie kulturpolitische Position. Von Hans von Bülow über Toscanini bis zu Eugen Jochum reicht das Spektrum. Skeptisch, scharfsinnig, differenziert, belesen und aus zeitgenössischen Quellen schöpfend, wie Schreiber erklärt, erinnert der Autor an Vergessene, relativiert oder bestätigt Gefeierte und verzichtet auf eine persönliche Rangordnung.
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