Philipp Hübl

Moralspektakel

Wie die richtige Haltung zum Statussymbol wurde und warum das die Welt nicht besser macht
Cover: Moralspektakel
Siedler Verlag, München 2024
ISBN 9783827501561
Gebunden, 336 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Wir wollen gute Menschen sein, aber das allen anderen auch zeigen. Denn unser moralischer Charakter verschafft uns Anerkennung und Attraktivität. Doch durch den Einfluss der digitalen Medien wird Moral immer mehr zum Statussymbol und die öffentliche Diskussion zu einem Moralspektakel. Mit negativen Folgen, denn die inszenierte Moral führt zu Populismus, Symbolpolitik, verzerrter Forschung und wirkungslosen Maßnahmen gegen Diskriminierung. Statt uns in Schaukämpfen zu profilieren, zeigt uns Philipp Hübl, wie wir einer universellen Ethik folgen können, um reale Missstände zu beseitigen - einer Ethik, in der weder autoritäres Denken noch Opfergruppen im Mittelpunkt stehen, sondern der selbstbestimmte Mensch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2024

Rezensent Jannis Koltermann folgt interessiert Philipp Hübls Gedankengängen über die Moral. So stelle Hübl fest, dass es in heutigen Debatten mehr um die Art geht, wie man sich moralisch positioniert, als um die Aufdeckung eines Missstands. Ein "Kunstgriff" sei, neben dem durchgängigen Bezug auf junge Studien und Fakten, dabei auch Hübls Anspielung auf Bourdieu, wenn im Buch vom "moralischen Kapital" die Rede ist, das immer wichtiger für gesellschaftliche Akteure und deren Bezugsgruppen werde. Dabei wollten alle besonders im digitalen Raum besonders moralisch erscheinen, wodurch die Gesellschaft polarisierter wirkt, als sie ist, resümiert der Rezensent. Einige Passgen, zum Beispiel zur Stellung der Moral in einer postmateriellen Gesellschaft und dem Missbrauch von Moral innerhalb der Rechten, hätte sich der Kritiker ausführlicher gewünscht. Das Endergebnis erscheint dem Kritiker dennoch als gelungene Analyse der gegenwärtigen Rolle von Moral und als Plädoyer für eine stärkere Faktenbasiertheit in Debatten.

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