Wie ist die rätselhafte grammatische Kategorie Genus entstanden? Welche Funktion hat sie oder ist sie eigentlich überflüssig? Wird die Genusinformation im Gehirn gespeichert und, wenn ja, wie? Aber vor allem: Woher weiß der Mensch, welche Genusart einem bestimmten Nomen zuzuordnen ist? Ist diese Fähigkeit angeboren oder erworben? Ist das Ergebnis auch bei neuen Wörtern vorhersagbar oder zufällig? Am Beispiel des Deutschen wird zunächst theoretisch erörtert, welche Regeln der Genuszuordnung zugrunde liegen könnten. Daraus resultiert ein Modell, wie der Mensch bei der Genuszuordnung im Deutschen vorgeht; diese Ergebnisse werden sodann einer praktischen Überprüfung unterworfen: Haben die 100 Testpersonen die Regeln wie in dem Modell vorausgesehen angewandt? Ist die Genuszuordnung enträtselt?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2005
Aufschlussreich findet Wolfgang Krischke diese "sorgfältig konzipierte" Studie über den Gebrauch des Genus im Deutschen, die der Sprachwissenschaftler Rudolf-Josef Fischer vorgelegt hat. Mit überzeugenden Argumenten zeige der Autor, dass die zahlreichen Ursprungstheorien und universalen Erklärungsversuche für die Funktion des Genus allesamt lückenhaft sind. Ausführlich geht Krischke auf eine empirische Untersuchung Fischers ein, die die Strategien von Sprechern in Situationen der Unsicherheit mit Blick auf den korrekten Gebrauch des Genus beleuchtet. Deutlich wird für den Rezensenten dabei, dass das Genussystem für eine "Mischung aus logischen Regeln und willkürlichem Gebrauch" steht. Die unbestreitbare Stabilität des Genussystems führe Fischer auf das schlichte Prinzip von Vererbung, Imitation und Konformität zurück. Der Nutzen des Genus liege nach dem Fazit der Studie vor allem in seiner strukturierenden Leistung. Eine leichte Lektüre bietet das Werk nach Ansicht des Rezensenten nicht. Gelegentlich arte Fischers Auseinandersetzung mit den Genus-Theorien in einen Parforceritt aus, "der dem Leser äußerste Konzentration abverlangt, will er nicht unterwegs abgeworfen werden".
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…