Aus dem Englischen von Johanna Hahn und Reinhold Schein. Sara Rai geht darin ihrer Herkunft und Selbstfindung als Schriftstellerin nach. Aus einem dicht geknüpften Netz aus persönlichen Erinnerungen und Dokumenten rekonstruiert sie ein Porträt ihrer von Literatur, Kunst und Politik geprägten Familie. Im Mittelpunkt steht dabei die Suche nach den emotionalen Farben und Stimmen ihrer Biografie. In Rais Leben und Werk verschmelzen Einflüsse und Prägungen aus den vielen Traditionen Indiens: muslimisch und hinduistisch, religiös und säkular, historisch und aktuell. Das Buch ist zugleich Zeitdokument des 20. Jahrhunderts, intimes Journal einer berühmten Familie und eine kulturgeschichtliche Reise in Indiens kosmopolitische Moderne.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 16.07.2026
Rezensentin Katharina Borchardt liest dieses Buch, in dem die indische Autorin Sara Rai die Geschichte ihrer prominenten Familie erzählt, gern; nur hätte sie sich eine andere thematische Gewichtung gewünscht. Rai legt die Familienchronik chronologisch an, sie beginnt mit ihrem Großvater Premchand, der in Indien als Nationalautor gilt. In Deutschland ist er weniger bekannt, was den Einstieg ins Buch, findet Borchardt, erschwert. In Fahrt kommt die Erzählung, wenn Rai bei ihrem Vater Sripat Rai ankommt, einem Maler, dessen psychische Instabilität für Probleme in der Familie sorgt. Ab hier ist das Buch universell anschlussfähig, findet Borchardt, die sich außerdem darüber freut, wie genau das Buch neben dem Privaten auch stets das Politische in den Blick nimmt, wie etwa das Erbe des Kolonialismus. Über Sara Rai selbst erfährt man nicht allzu viel in diesem Buch. Eine bedauernswerte Leerstelle, meint die Rezensentin, die mit dem Buch dennoch Freude hatte.
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