Niklas glaubt, der Dreisatz wäre eine olympische Disziplin. Latoya kennt drei skandinavische Länder: Schweden, Holland und Nordpol. Und Tamara-Michelle hält den Bundestag für einen Feiertag. Einzelfälle? Mitnichten. Eine ganze Generation scheint zu verblöden. Der Staatsanwalt von nebenan erzieht seine Kinder mit der Spielkonsole. Germanistikstudenten sind der deutschen Sprache nicht mehr mächtig. Eine Karriere als Popstar erscheint dem Bäckerlehrling verlockender als eine solide Ausbildung. Dieses Buch geht der Frage auf den Grund, wie es wirklich um die Mütter, Väter und Bundeskanzler von morgen steht. Geschrieben haben es zwei Autoren, die mit der Generation Doof per Du sind. Denn es ist ihre eigene.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2008
Ziemlich bescheuert findet Ernst Horst das Buch "Generation Doof. Wie blöd sind wir denn eigentlich?" von Stefan Bonner und Anne Weiss. Nicht nur ist ihm der Adressatenkreis des Buches schleierhaft (wer lässt sich schon gerne beschimpfen?), auch die Herangehensweise an das erforschenswerte Thema Bildungskatastrophe findet bei ihm keine Anerkennung. Die Sprache sei banal, wenn nicht gar vulgär und das ganze Buch nicht einmal unfreiwillig komisch. Wirklich auf den Grund gehen Bonner und Weiss der Problematik nach Ansicht des Rezensenten schon deshalb nicht, weil sie mit schamloser Übertreibung nur "ein wenig aussagekräftiges Zerrbild" schaffen und dabei jegliche Zwischentöne fehlen, die einer soziologischen Analyse wohl angemessen wären. Schlussendlich betont Horst in seiner Besprechung, die neben dem einfachen Weltbild des Autorenduos vor allem den Hang zum Dogmatischen kritisiert, die Rolle der Eltern, die es in die Pflicht zu nehmen gilt; sie seien "sozusagen kollektiv" an der Generation Doof schuld.
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