Der neue Roman über Hannibal Lecter ("Das Schweigen der Lämmer").
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 14.10.1999
Den neuen Psycho-Thriller von Thomas Harris lässt die Zeit von Jan Philipp Reemtsma besprechen. Eine vielleicht etwas makabre Wahl, aber eine gute. Denn Reemtsma hat selbst ungeheuerliche Gewalterfahrung gemacht - seine Entführung. Über das, was er in "Hannibal" gelesen hat, ist Reemtsma hellauf entsetzt. Zu offensichtlich will der Roman an den Erfolg des Kinofilm "Das Schweigen der Lämmer" anknüpfen, wie Reemtsma meint, ohne doch etwas Originelles hinzuzufügen. Reemtsma hält den Plot für ebenso plump wie die auftretenden Personen: Ein schwerreicher Bösewicht mit "Vorliebe für Martinis, gemixt mit den Tränen gequälter Kinder", Hannibal Lecter, zur absoluten Knallcharge degradiert, und natürlich die Agentin Sterling mit schrecklicher Kindheit. Über die zahlreichen kleinen und großen Fehler in dem Buch (etwa die Annahme, das Neue Testament sei in Hebräisch verfasst) mag er noch hinwegsehen, nicht aber über die schlechte deutsche Übersetzung, in der Schweine ebenso wie im Englischen "eeeeee" quieken.
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