In ihrer Autobiografie aus dem Jahr 1968 erzählt Valeska Gert, die Begründerin des Grotesktanzes und der Tanzpantomime, auf unsentimentale Weise ihr wildes Leben, das jenseits jeder Geradlinigkeit verläuft. Vom Berlin der Weimarer Zeit, den Stationen ihres Exils, von der Rückkehr nach dem Zweiten Weltkrieg und ihrem legendären "Ziegenstall" auf Sylt sowie von ihren Begegnungen mit zahlreichen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, u. a. mit Bertolt Brecht, Tennessee Williams, Judith Malina, Ernst Lubitsch, Klaus Kinski, Federico Fellini, Volker Schlöndorff und Rainer Werner Fassbinder.
Rezensentin Kirsten Reimers ist froh, dass Valeska Gerts Autobiografie von 1968 neu aufgelegt wurde: Die Bedeutung der berühmten Ausdruckstänzerin, Schauspielerin und Kabarettistin für den modernen deutschen Tanz sei kaum zu überschätzen, sinniert die Kritikerin. "Frisch, unmittelbar, szenisch und manchmal etwas chaotisch" erzähle Gert hier ihren Weg von ersten tänzerischen Provokationen über Schauspielengagements zur sozialkritischen Darstellerin des Alltags in Tanz- und Pantomime-Grotesken. Auch ihr Einfluss in der amerikanischen Künstler-Boheme werde noch einmal geltend gemacht, freut sich Reimers. Das Buch hat ihr eine beeindruckende Frau näher gebracht, deren Bedeutung vom informierten Nachwort Frank-Manuel Peters noch unterstrichen wird, wie sie findet.
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