9punkt - Die Debattenrundschau
Kommentierter Rundblick durch die Feuilletondebatten. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
24.09.2025. In der UN-Sitzung zur Anerkennung Palästinas ging es in erster Linie doch darum, Israel zu verurteilen, kritisiert die SZ. Die Zeit diskutiert pro und kontra einer Anerkennung Palästinas. Die NZZ beleuchtet Peter Thiels Endzeitvisionen. Sozialwissenschaftler, die sich mit dem Nahen Osten beschäftigen, trauen sich kaum mehr den Mund aufzumachen, lernt die FAZ aus einer Studie der FU Berlin. Und: Alle berichten über die Rückkehr Jimmy Kimmels ins Fernsehen.
23.09.2025. Der Disney-Konzern nimmt seinen ganzen Mut zusammen und macht die Absetzung des Comedian Jimmy Kimmel rückgängig - Druck von Hollywood-Gewerkschaften hat laut New York Times geholfen. In der SZ erklärt Eva Illouz, wie die Postmoderne die Welt zu Text machte und dabei die Wahrheit opferte. In der FR macht Josephine Quinn klar, dass Ägypten, Persien und Indien zum "Westen" gehören. Die vorauseilende Anerkennung eines Staates Palästina bleibt umstritten.
22.09.2025. In der Nacht wurde Charlie Kirk in einer gigantischen Trauerzeremonie sozusagen heilig gesprochen. Die Verschmelzung zwischen Evangelikalismus und Politik war nie inniger, notiert die New York Times, aber das religiöse Gesäusel schließt den Hass keineswegs aus, machte Donald Trump mit seiner Rede klar. In Zeit online erklärt Völkerrechtler Andreas Zimmermann, was eine Anerkennung Palästinas als Staat durch Frankreich oder Britannien für konkrete Auswirkungen hat. Die taz lernt auf dem Deutschen Historikertag Neues über antisemitische Kontinuitäten. Ruhrbaron Stefan Laurin beobachtet, wie der Antisemitismus in den Mainstream einsickert.
20.09.2025. Die taz liest Eva Illouz' Essay "8. Oktober" und entdeckt, wo Links- und Rechtsextremismus konvergieren. In den USA unterwerfen sich Medien einem "autoritär-faschistischen Angriff", während es in Deutschland keine Cancel Culture gibt, meinen taz und FR. Zeit online sieht es anders. Jemand musste Judith B. verleumdet haben, fürchten die NZZ und diese selbst in The Nation. Was bringt ein Fortschritt, der auf "Singularität" hinausläuft, fragt die Welt.
19.09.2025. In der Welt bittet die israelische Autorin Zeruya Shalev die Europäer, "sich der Komplexität bewusst zu sein, in der wir hier leben". In der FAZ fragt der Fimproduzent Martin Moszkowicz, warum gerade seine Branche Israel fallen lässt. In der NZZ lotet der Schriftsteller Christoph Brumme das kulturelle Missverständnis zwischen dem Westen und Russland aus. Die Absetzung des Late-Night-Comedian Jimmy Kimmel beschäftigt die deutschen Medien weiter.
18.09.2025. In der FAZ plädiert der Ökonom und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz für einen progressiven Kapitalismus, um die Demokratie zu retten. Im Spiegel überlegt der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk, wie man Populisten Paroli bietet. Die Zeit telefoniert mit Steve Bannon, der sich beschwert, dass nach dem Mord an Charlie Kirk nicht zwei Drittel der FBI-Beamten entlassen werden. Ausländische Journalisten, die Donald Trump kritisieren, müssen jetzt um ihr Visum fürchten, berichtet die NZZ.
17.09.2025. It's the economy, stupid, ruft Timothy Garton Ash den Demokraten zu, die noch 400 Tage bis zu den Zwischenwahlen haben, um die amerikanische Demokratie zu retten. In der FR sieht der Historiker Bernd Greiner Neid als Hauptmotiv für die "Extremisten der Mitte" in den USA. Die FAZ fragt angesichts immer größerer Sozialausgaben: Hat niemand eine Idee für einen neuen Gesellschaftsvertrag? Der Spiegel zeigt in einer Reportage aus Hagen, wo die Reise andernfalls auch hierzulande hinführen könnte.
16.09.2025. "Iranische Frauen haben nie und werden niemals vor diesem Regime kapitulieren", sagt die Historikerin Neda Amani in der FR zum dritten Jahrestag des Tods von Jina Mahsa Amini. Friedrich Merz hat eine sehr emotionale Rede zur Wiedereröffnung der Synagoge in der Münchner Reichenbachstraße gehalten - Rachel Salamander erzählt in der Jüdischen Allgemeinen ihre Geschichte. Der Rechtspopulismus ist ein Perpetuum mobile, fürchtet Eva Ladipo in der FAZ: Er schürt die Wut, die ihn nährt.
15.09.2025. "Eine ausgesprochen miserable Bilanz" hat die Nato bei der Abwehr russischer Drohnen, die in polnisches Territorium eindrangen, vorzuweisen, meint Herfried Münkler in Zeit online. Die taz fragt nach der größten rechtsextremen Demo in der britischen Geschichte, wie es die Diskursgegner der Rechtsextremen mit der Meinungsfreiheit halten. Die Türkei befindet sich auf dem Weg in die Diktatur, fürchtet Bülent Mumay in der NZZ.
13.09.2025. In der Welt erkennt New-York-Times-Autor James Kirchick in den Reaktionen der Rechten auf den Mord an Charlie Kirk die "Geburtsstunde einer transatlantischen Rechten". Die Welt ruft der israelischen Regierung zu: Es ist Zeit für eine Einigung. In der FAS verteidigt die Philosophin Lea Ypi die Ideale der Aufklärung gegen die postkoloniale Kritik. Und in der FAS bangt der Kulturwissenschaftler Mikhail Ilchenko um Bergkarabachs Kulturerbe.