Efeu - Die Kulturrundschau
Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
13.04.2026. Franz Schrekers Oper "Das Spielwerk und die Prinzessin" begeistert die Kritiker in Halle. Outlook India trauert um die Sängerin Asha Bhosle, die große Stimme Bollywoods. Die SZ fragt sich, wie es mit der Sammlung Bührle weitergehen soll. Die FAZ wirft einen Blick auf den schon über zwanzig Jahre dauernden Kritiker-Streit zwischen Elke Heidenreich und Denis Scheck. Die Rolling Stones haben eine neue Single rausgebracht - aber nur auf Vinyl und unter dem Alias The Cockroaches, melden die Kritiker.
11.04.2026. In der taz ist Feridun Zaimoglu total genervt von den deutschen Supertürken. Was wird denn jetzt aus dem Haus von Jürgen Habermas am Starnberger See, fragt die SZ und hat auch eine Idee. Außerdem amüsiert sie sich königlich bei den Proben zu Beth Steels Hochzeits-Familiendrama "Wenn die Sterne fallen" am Theater Osnabrück. In der FAZ erzählt B. K. Tragelehn, warum er Anfang der Neunziger aufgehört hat zu inszenieren: Zu viel Ironie. Details sind die Primzahlen der Prosa, verkündet Michael Maar in der FAZ, und die kann KI nicht.
10.04.2026. Die Feuilletons trauern um Mario Adorf, die "Seele und das Herz" des deutschen Films, wie die FR schreibt. ZeitOnline hofft, dass durch den New Yorker Verleger Edwin Frank Hans Erich Nossacks Novelle "Der Untergang" aus dem Jahre 1948 in den deutschen Kanon gelangt. Hyperallergic freut sich indes für die Amerikaner, dass sie jetzt auch Gabriele Münter kennenlernen dürfen. Monopol lässt sich von nichts abhalten, gut gelaunt über die Diriyah-Biennale in Riad zu flanieren. Und die FAZ kann nur müde lächeln, wenn Norman Foster Queen Elisabeth II Biodiversität widerspiegeln lässt.
09.04.2026. Die taz lernt in Remagen den politischen Günther Uecker kennen, der die Menschenrechtserklärung nach China schmuggelte. Die SZ verschmilzt in Mannheim mit Kaari Upson in Hugh Hefners Playgirlgrotte. ZeitOnline listet die Künstler auf, die die Begleitmusik zum Antisemitismus in Großbritannien liefern. Die FAZ fragt, was Boualem Sansal wohl bewogen hat, von Gallimard ausgerechnet in den Verlag des extrem rechten Medienmoguls Vincent Bolloré zu wechseln. Und der Perlentaucher erlebt mit Barbara Loden die Enttäuschung der Feministinnen der Siebzigerjahre.
08.04.2026. Karin Bergmann wird neue Intendantin der Salzburger Festspiele - eine Posse, meint die Welt: ihr Vorgänger wurde gefeuert, weil er sich für sie stark machte. Die FAZ bejubelt derweil die fluffigen Klänge einer Rameau-Barockoper, die in Genf aufgeführt wird. Weit mehr als nur Postkartenbilder liefert "Pompeji: Unter den Wolken", ein per Streaming verfügbarer politischer Dokumentarfilm des italienischen Regisseurs Gianfranco Rosi, freut sich die taz.
07.04.2026. Die brutale Gegenwart in Israel seit dem 7. Oktober erlebt die FAZ beim Theaterfestival "Isradrama", bei dem Deutschland als einziger Gast aus Westeuropa anreiste. Die NZZ bewundert in Paris die strahlenden Algen, die Henri Matisse in seinem zweiten Leben schuf. Wann hat Popmusik eigentlich zuletzt provoziert, fragt sich die Welt. Im Perlentaucher erinnert sich Angela Schader mit Devika Reges' Debütroman an ein Indien vor Narendra Modi. Dank einer leuchtenden Siri Hustvedt in Sabine Lidls Porträtfilm vergessen FAZ und Standard kurz die hässliche amerikanische Gegenwart.
04.04.2026. Die FAS fragt sich, ob Olivier Assayas' Verfilmung von Giuliano da Empolis Roman "Der Magier im Kreml" Propaganda für Russland machen will. Viel Spaß haben die Feuilletons, wenn Lars Eidinger in Molières "Der Geizige" an der Berliner Schaubühne als deutscher Boomer im Autohaus auftritt. Die taz blickt andächtig auf kleine Rothkos in Florentiner Mönchszellen. Und in der NZZ rechnet Apples Ex-Designer, der Schwarzwälder Hartmut Esslinger, mit Apple ab. Und der Perlentaucher wünscht Frohe Ostern!
02.04.2026. Die taz hofft mit den mutigen russischen Medienmacherinnen aus Julia Loktevs Doku "My Undesirable Friends: Part I" auf ein neues Jahr ohne Putin. Die FAZ schwebt auf Twyla Tharps Tanzstück "In the Upper Room" davon. KI-generierte Musik ist für das menschliche Ohr nicht mehr von echter zu unterscheiden, erfährt die FAZ von Deezer-CEO Alexis Lanternier. Die taz lernt außerdem, wie gefährlich Punks in Manila leben.
01.04.2026. Donald Trump präsentiert Entwürfe für seinen neuen Ballsaal und die SZ mokiert sich über Treppen, die ins Nichts führen. Lustvoll plattwalzen lässt sich die Welt von Raphael Pichons majestätischer neuer "Johannespassion"-Einspielung. Die Zeit tanzt in Carla Simóns Film "Romería - Das Tagebuch meiner Mutter" mit Geistern. Die FAZ begegnet in Apolda den märchenhaften Aktfotografien Günter Rösslers. critic.de bejubelt Barbara Lodens unter die Haut gehenden Klassiker "Wanda", der erstmals in die deutschen Kinos kommt.
31.03.2026. FAZ und SZ applaudieren einer grandiosen Anna Netrebko in Rafael R. Villalobos "Maskenball"-Inszenierung in Berlin - die Welt ist nicht glücklich. Die SZ taucht in einer vor fünfzig Jahren gecancelten Ausstellung in Dortmund in das Leben griechischer Gastarbeiter ein. Der wahre Horror besteht darin, sterblich zu sein, verrät die Regisseurin Julia Ducournau im Filmdienst-Interview. Die Schauspielerin Kim Novak lehnt es ab, in einem Biopic von Sydney Sweeney gespielt zu werden, weiß die SZ: "zu sexy".