Aus dem Persischen übertragen von Farhad Showghi. Mit CD.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.12.2002
Ahmad Schamlu, im Jahr 2000 gestorben, war der berühmteste Dichter Irans, auch wenn ihn nach Stefan Weidner hierzulande kaum jemand kennt. Der Rezensent charakterisiert Schamlu als zugleich eingängigsten wie schwierigsten Dichter der persischen Sprache, dessen Verse im Persischen "wie reiner Gesang" klingen" und dessen Symbolgehalt sich nur schwer erschließt. Wenigstens den Klang im Ohr können auch die deutschen Leser genießen, lobt Weidner den tüchtigen Verlag Urs Engeler aus Basel; die beigelegte CD enthält Aufnahmen von Schamlu selbst und präsentiert außerdem einige Gedichte von einem persischen Sprecher vorgetragen. Die Übersetzung von Farhad Schowgi lobt Weidner ebenfalls als behutsam und ausdrucksstark, allerdings kann die beste Übersetzung seiner Meinung nach nichts daran ändern, dass der melodische Klang der Originalverse verloren geht und eine inhaltliche Unbestimmtheit - wie Traumgestammel kommt es ihm vor - vorherrschend wird. Schamlu galt als Volksdichter, schreibt Weidner, weil er besonders in seinen Anfängen volkstümliche Legenden neu erzählte, vielleicht sollte man sagen neu vertonte; dabei sei es ihm gelungen, die persische Sprache von der traditionellen Rhetorik zu befreien.
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