Aus dem Amerikanischen von Thomas Bertram. "Chuzpe" - das jiddische Wort, das für die einen Unverschämtheit und Frechheit bedeutet, für die anderen Kühnheit und Entschiedenheit - ist die Geschichte eines Aufbegehrens gegen die verordnete und selbstauferlegte Zweitklassigkeit, das aus der orthodoxen jüdischen Familie in Brooklyn, New York über das Studium an der Yale Law School und die grossen Wall Street Kanzleien nach Harvard und zu internationalem Ruhm führt.
Heinrich Senfft ist der Ansicht, dass der Untertitel, der auf eine Autobiografie hinweist, nicht ganz zutreffend ist. Thema sei vielmehr jüdisches Leben überhaupt, sowohl in den USA wie auch in Israel oder Russland. Interessant erscheint dem Rezensenten, dass für Dershowitz lange Zeit Antisemitismus geradezu unvorstellbar war - bis er in Yale studierte und später als Professor und Anwalt mit "einer Flut antisemitischer Briefe überschüttet" wurde. Gerade für deutsche Leser sei dies interessant, findet Senfft, denn hierzulande sei das Bewusstsein für die Probleme amerikanischer Juden kaum entwickelt. Die Stärke des Buchs liegt seiner Ansicht nach vor allem in der Fähigkeit Dershowitz`, "den Leser mehr und mehr für sich einzunehmen", was zu einem besseren Verständnis der Thematik führe. Kritik äußert Senfft an der Übersetzung, der man anmerke, dass der Band bereits 1991 in Amerika erschienenen ist. Auch das Nachwort schließe "diese Lücke" leider nicht.
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