Ales Steger

Ohr sein

Für ein Leben in Achtsamkeit
Cover: Ohr sein
Residenz Verlag, Salzburg 2026
ISBN 9783701736577
Gebunden, 96 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Slowenischen von Matthias Göritz. Wir Menschen sind einem permanenten Sturm aus Informationen ausgesetzt. Doch was und wie hören wir wirklich und was empfinden wir dabei? Welche Rolle können Worte, Laute, Gedichte in einer Welt spielen, die wenig von Gedichten hält? In einer Zeit der Digitalität, die uns einerseits mit Sprachfetzen überschwemmt, andererseits in unseren Echokammern isoliert, setzt Aleš Šteger auf die körperliche Unmittelbarkeit des Hörens: Beim Sprechen und Hören von Dichtung sind wir mit unserem ganzen Körper gefordert, wir sind "ganz Ohr", vergleichbar dem musikalischen Erleben. Vielleicht, so die These des Lyrikers, können Gedichte uns in Zeiten von Überforderung und Isolation einen Weg zu mehr Offenheit, auch dem Anderen gegenüber, weisen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.08.2026

Rezensentin Ilma Rakusa freut sich über diesen "profunden, vielseitig recherchierten" Essay von Aleš Šteger. Ganz unterschiedliche Facetten des Hörens fächere Steger auf seinem Gedankenspaziergang auf: es geht einmal um die evolutionäre Bedeutung des Hörens für den Menschen, vor allem aber geht es um Poesie, den Ausdruck eines "wirklich hörenden Ohrs", wie Rakusa den Autor zitiert. Steger versucht einerseits das Zusammenspiel aus Hören, Rhythmus, Klang und Sprache zu analysieren, aus dem Lyrik entsteht, viel lieber zitiert er jedoch die Dichter selbst: Rilkes ""Die Insel der Sirenen" kommt vor, aber auch Ovid, Rimbaud und viele mehr, erklärt die Kritikerin. Einem "achtsamen" Umgang mit dem Ohr widmet sich der Autor außerdem, indem er fragt, wie man den Herausforderungen der heutigen Gesellschaft, die das Zuhören und damit gute Kommunikation schwierig macht, begegnen kann. Auch hier findet er Antworten in Musik und Lyrik. Dabei geht es weniger um konkrete Anweisungen, vielmehr eröffnet der Autor "ungeahnte Erlebnisräume", für die sich die Lektüre in jedem Fall lohnt, so der Tenor der Kritik. 

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