Aus dem Amerikanischen von Tim Jung. Auf einer Wiese steht eine Hütte, in der ein geistig behinderter Junge bei seiner Großmutter lebt. Ein Flugzeug überfliegt diese Wiese und wirft eine Bombe ab, die nicht explodiert. Wenig später stürzt das Flugzeug in die Hütte. Eine Gruppe Vögel findet den Blindgänger und beobachtet den Absturz. Die Vögel erleben den Einbruch des Unerklärlichen in ihre kleine Welt - und stehen unvermittelt vor genau den großen Fragen, die die Menschheit von jeher beschäftigen: Warum sind wir hier? Hat unsere Existenz einen Sinn? Und falls ja, haben wir eine Möglichkeit, ihn zu erkennen? Geht es um Liebe? Was aber ist dann stärker die Liebe oder der Tod? Was ist der Tod? Und was kommt danach? Als der Blindgänger explodiert, der Pilot aus dem Cockpit seines Flugzeugs klettert und der geistig behinderte Junge aus den Trümmern der Hütte in die Welt hinaustritt, gerät eine Lawine von dramatischen Ereignissen ins Rollen, die die Vögel zwingt, Antworten zu finden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.12.2012
Für den Rezensenten Christian Gasser handelt es sich hier um einen der ungewöhnlichsten Comics der letzten Zeit. Mit Bewunderung schildert er, wie der Autor über fünfzehn Jahre hinweg seine Grundidee zugleich aufrecht erhält und weiter entwickelte. Jahr für Jahr hatte er ein Kapitel aus dem jetzt vorliegenden Buch als Comic-Heft veröffentlicht. Nun ist ein Wälzer von 600 Seiten zusammengekommen, in dem sich eine kleine Finkenschar höchst philosophische Fragen stellt. Es ist keine einfache Verniedlichung unserer eigenen existenziellen Geworfenheit, betont Gasser - dafür begibt sich Nilsen viel zu sehr in die eigene Logik der Vögel, die zugleich zarte Wesen seien und dennoch ein auf ihre ganz eigene Art düsteres Universum bewohnten. Der Comic hat Längen so Gasser, aber er hätte sie am Ende wohl selbst nicht gestrichen. Einem solchen Wurf muss man auch seine Schwächen lassen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.12.2012
Einen ziemlichen Trumm von Comic hält der Rezensent Thomas von Steinaecker hier in Händen und berichtet fasziniert von der auf 600 Seiten ausgebreiteten rätselhaften Erzählung über eine Finken-Kolonie. Die kleinen, grau in grau gezeichneten Vögel, scheinen philosophisch veranlagt, und ihnen begegnen manche rätselhafte Dinge, etwa der Absturz eines Flugzeugs, in dem ein seltsames Menschenküken überlebt hat. Noch bevor sie von Eulen verspeist werden, stellen die Finken Fragen nach den Gründen des Seins. Zuweilen, so der Rezensent, verrennt sich der Autor in sein etwas düsteres Universum, aber zugleich habe kaum ein Comic-Autor es bisher gewagt, das Genre der Fabel derart konsequent und ausführlich auszubuchstabieren und zu transzendieren und, so Steinaecker, dabei eine derart "intensiv-außeriridische Atmosphäre" zu erzeugen.
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