Anna Maria Ortese

Iguana

Ein romantisches Märchen
Cover: Iguana
Friedenauer Presse, Berlin 2026
ISBN 9783751880237
Gebunden, 232 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Sigrid Vagt, mit einem Nachwort von Maike Albatha. Den jungen Mailänder Grafen Aleardo verschlägt es bei seiner Suche nach zum Verkauf stehenden Ländereien auf eine einsame Insel vor der Küste Portugals, die nicht einmal auf den Landkarten zu finden ist. Eine Insel des Bösen, wie sein Matrose glaubt. Tatsächlich tragen sich auf Ocaña seltsame Dinge zu: Drei verarmte Brüder eines portugiesischen Aristokratengeschlechts halten in einem heruntergekommenen Herrenhaus ein mysteriöses Wesen als Dienstmädchen, das Mensch und Echse, geschundene Kreatur und verwunschene Prinzessin zugleich ist - Iguana. Der Graf gerät in den Bann des schönen Geschöpfs, das unter den Menschen ein elendes Dasein fristet. Bei seinem leidenschaftlichen Versuch, das Geheimnis der Insel zu ergründen und Iguana zu retten, versinkt Aleardo immer mehr in eine verhängnisvolle Welt von Traum und Wahn, in der alles aus den Fugen gerät. Iguana untersucht das gestörte Verhältnis zwischen Kultur und Natur, den Missbrauch von Macht, die Übel von Kolonisation und Kapitalismus. 

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.05.2026

Rezensent Franz Haas freut sich, gleich zwei Bücher der italienischen Autorin Anna Maria Ortese auf Deutsch entdecken zu können. Der Band "Himmelskörper" enthält zwei Vorträge und drei teils fiktionale Interviews, in denen es unter anderem um ihre Poetik geht, aber auch um die Einsicht, dass die Erde mit anderen Wesen geteilt werden muss und nicht nur dem Menschen als "sprechende Bestie" zur Verfügung steht. Auch von ihrer Herkunft als Autodidaktin aus einer ärmlichen Familie erzählt sie, oft im selbtironischen Ton, wie Haas schildert. Von der Schmähung ihrer Romane berichtet sie außerdem, die Italiener konnten damals mit einem "sprachkünstlerischen Meisterwerk" wie "Iguana" nichts anfangen, den Haas nun auch auf Deutsch lesen kann: Ein Text, der durch seine aufregenden Wort- und Satzschöpfungen überzeugt und durch seine Handlung. Im Zentrum steht ein Leguanweibchen, das in einen Dichter verliebt ist und mit der Ortese den Literaturbetrieb karikiert, der zwischen Wahnsinn und Exotismus oszilliert. Der Kritiker fühlt sich an Shakespeares "Der Sturm" erinnert, eine Menge Fantastik durchzieht den Roman zwischen Mailand und portugiesischen Inseln. Ein Roman, der sich für ihn unbedingt zu lesen lohnt. 

Beliebte Bücher

Tony Tulathimutte. Fiasko - Fiktionen . dtv, München, 2026.Tony Tulathimutte: Fiasko
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Heinz Strunk. Memories of Heidelberg - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Heinz Strunk: Memories of Heidelberg
Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub…
Miriam Carbe. Unerwünschte Töchter - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter
Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…