Eine fehlende Kassette und eine unauffindbare Reproduktion von Giacomettis Katze. Berufsfischer und Naturschützer, eine Ehefrau und Büronachbarn, die nichts wissen und gesehen haben wollen; die alle ihre eigenen Interessen haben: Hat sich der Gutachter nach einem Streit rargemacht oder wurde er Opfer eines Verbrechens? Der fesselnde zweite Roman von Anna Stern.
Der Gutachter, der den ökologischen Zustand eines Sees beurteilen soll, wird von seiner Frau als vermisst gemeldet. Paul Faber, Polizist der Stadt, die nicht genannt wird, und seine jüngere Kollegin Elsa Michaelis sind sich aber nicht sicher, ob ein Verbrechen vorliegt oder ob der Gutachter freiwillig verschwunden ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.07.2016
Anna Stern ist eine junge Autorin, die ihrer Liebe zum Wasser vielleicht etwas überschwänglich, aber nicht ohne Talent Ausdruck verleiht, versichert Rezensentin Sylvia Staude, die alle Figuren in diesem Roman der Schweizer Studentin behutsam und "mit feinem Strich" gezeichnet findet. Dass Stern ihre Geschichte im Milieu der Bodensee-Fischer ansiedelt, findet Staude interessant. Der Krimiplot um einen vermissten Gutachter ist für die Rezensentin dann auch weniger entscheidend als die zurückhaltende und vielleicht auch etwas altmodische Erzählung von sterbenden Berufen und schwindenden Gewissheiten.
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